Niederländischsprachige Brüsseler können für insgesamt drei Parlamente ihre Stimme abgeben

Den Parteien der niederländischsprachigen Brüsseler stehen 15 Sitze in der Ersten Kammer des belgischen Bundesparlaments zur Verfügung, ebenso 6 Sitze in flämischen Landesparlament und 17 Sitze im Brüsseler Regionalparlament. Das bedeutet, dass hier um viele Sitze vor den Wahlen am 26. Mai gebuhlt werden kann. Die flämischen Parteien zählen dabei teilweise auf prominente regionale Spitzenkräfte. 

Bei den Sozialdemokraten SP.A sollte für das flämische Parlament Bert Anciaux antreten, doch dieser zog sich aus der Politik zurück und wurde durch Hannelore Goeman ersetzt. In der Region Brüssel-Hautstadt wartet die SP.A mit Verkehrsminister Pascal Smet und seiner „one.brussels“-Bewegung auf.

Bei der liberalen Open VLD macht Flanderns Kulturminister Sven Gatz ebenfalls überraschend Platz für die frühere Brüsseler Schöffin Els Ampe und der langjährige Brüsseler Regional- und Bundesfinanzpolitiker Guy Vanhengel führt die Brüsseler Open VLD-Liste.

Die flämischen Christdemokraten CD&V zählen auf Benjamin Dalle als Spitzenkandidat für das flämische Landesparlament und auf Bianca Debaets für das Brüsseler Regionalparlament. Die flämischen Nationaldemokraten N-VA zielen mit Karl Valouwe auf Sitze im Landesparlament und mit Cieltje Van Achter auf Sitze im Brüsseler Regionalparlament.

Der rechtsradikale Vlaams Belang lässt langjährige Brüsseler Vertreter auch jetzt wieder antreten und zwar Frédéric Erens für Flandern und Dominiek Lootens für die Brüsseler Region.

Bei den flämischen Grünen von Groen in Brüssel wechselt Elke Van den Brandt von Flandern in die Brüsseler Hauptstadt-Region und der ehemalige Groen-Kammerabgeordnete Stijn Bex ist Spitzenkandidat für das flämische Landesparlament. Bei der linksradikalen PvdA ziehen Nele Vandenbempt die flämische Liste und Jan Busselen die Brüsseler Liste.

Brüsseler Sitze in der Kammer sind nur schwerlich zu erzielen.“

Seit der Aufspaltung des früheren Wahlkreises Brüssel-Halle-Vilvoorde in einen zweisprachigen Wahlkreis für Brüssel und einen flämisch-brabantischen Wahlkreis für Halle und Vilvoorde ist es für niederländischsprachige Politiker nur noch schwerlich möglich, einen Sitz in der Ersten Kammer im belgischen Bundesparlament zu erlangen.

Bei den letzten Parlamentswahlen im Jahr 2014 gelang dies keiner einzigen flämischen Brüsseler Partei. Der Grund dafür ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass auf die Kandidaten nicht genügend Stimmen aus dem niederländischen Wählerspektrum kommen, weil es schlicht und einfach zahlenmäßig zu wenig entsprechende Wähler in Brüssel gibt. 

Und doch warten die meisten Parteien mit Kandidaten auf. Die christdemokratische CD&V geht mit Sabine de Bethune ins Rennen, die liberale Open VLD mit Mimi Crahaij und die flämischen Nationaldemokraten N-VA stellen Elias Kartout als Spitzenkandidat auf.

Die Grünen und die Kommunisten treten hier mit zweisprachigen Listenverbindungen an, um ihre Möglichkeiten zu erhöhen. Auf der grünen Gemeinschaftsliste Ecolo-Groen steht Tinne Van der Straeten als erste Niederländischsprachige auf dem dritten Listenplatz und bei der zweisprachigen kommunistischen Liste PvdA-PTB zieht die Gewerkschafterin Maria Vindevoghel die Liste an.