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Flanderns Brüssel-Minister will einen "Minister für Mehrsprachigkeit in der Hauptstadt-Region"

Flanderns scheidender Vize-Ministerpräsident und Landesminister für Brüsseler Angelegenheiten Sven Gatz (Foto) von der liberalen Open VLD fordert für die belgische Hauptstadt einen „Minister für Mehrsprachigkeit“. Seiner Ansicht nach sollten alle in Brüssel zur Welt kommenden Kinder bis zum Alter von 18 Jahren drei Sprachen sprechen: Niederländisch, Französisch und Englisch. Dieses Vorhaben schließt sich dem Ruf von Brüssels Bürgermeister Philippe Close von den frankophonen Sozialisten (PS) nach mehr Niederländisch-Lehrern nahtlos an.

Flanderns Brüssel-Minister Sven Gatz plant eine Streetart-Aktion an 50 Orten in den insgesamt 19 Gemeinden der belgischen Hauptstadt, mit der er bei den Jugendlichen die „Liebe für Brüssel“ wecken will. Dabei kommt eine Art Zeichnung zum Vorschein, die sich nach einer gewissen Zeit selbst löscht. Darauf zu sehen ist ein „Brüsseler Ketje“, frei übersetzt mit „Brüsseler Jung“, der in verschiedenen Sprachen den Jugendlichen sein „Brüssel-Gefühl“ darlegt.

Mit dieser Aktion legt Gatz einen Fokus auf eines seiner Wahlkampfthemen. Der Brüsseler flämische Liberale ist der Ansicht, dass die nächste Regierung der Region Brüssel-Hauptstadt einen Minister für Mehrsprachigkeit braucht. Sven Gatz steht als sogenannter „Listendrücker“ auf dem letzten Platz der Brüsseler Open VLD-Kandidaten und schiebt von dort aus die Kampagne von Spitzenkandidat Guy Vanhengel an, Brüssels scheidender regionaler Finanz- und Haushaltsminister. 

Mehrsprachigkeit bietet Mehrwert

Sven Gatz und seine liberalen Fürsprecher für einen Ausbau der Mehrsprachigkeit in Brüssel sind gemeinsam mit den Rektoren der beiden freien Universitäten in Brüssel (VUB und ULB) der Ansicht, dass eine schon früh angelernte Sprachenvielfalt bis zum 18. Lebensjahr die Chancen auf ein gelungenes Studium, eine gelungene Ausbildung und/oder eine gelungene Jobsuche auf dem Arbeitsmarkt deutlich erhöhen. Gatz ruft denn auch sowohl die niederländischsprachigen, als auch die französischsprachigen Schulen in der Hauptstadt-Region dazu auf, untereinander Partnerschaften einzugehen und zur Mehrsprachigkeit soll auch der gesamte regionale sozio-kulturelle Sektor beitragen: „Als Brüsseler müssen wir Mehrsprachigkeit als Rohstoff für die Zukunft begreifen.“  

Gegenüber der flämischen Tageszeitung De Standaard sagte Gatz dazu: „Heute ist Brüssel, nach Dubai, die am meisten kosmopolitische Stadt der Welt. In Brüssel haben sich Menschen aus der ganzen Welt niedergelassen. Wenn man sich in einer solchen Stadt wohlfühlen will, dann spricht man am besten mehr als nur eine Sprache. Das ist logisch. Nur wenn die Menschen Sprachen miteinander teilen, dann können sie auch eine Gesellschaft aufbauen, einen Ort, wo es die Menschen toll finden, zu leben.“