Kein Flugverkehr am Brussels Airport: Fluglotsen weiter unzufrieden

An diesem Donnerstag wird der Flugverkehr in Belgien sehr stark gestört sein und am Brussels Airport wird er wohl zeitweise völlig zum Erliegen kommen. Der Grund dafür sind einmal mehr Aktionen der Fluglotsen bei der Flugsicherung Skeyes, die im Rahmen eines bis dato ungelösten Sozialkonflikts stattfinden. Ein am vergangenen Freitag erzieltes Abkommen zur Lösung der Probleme wurde von zwei der drei Gewerkschaften bei Skeyes abgelehnt.

Das Abkommen zwischen der Skeyes-Direktion und den Gewerkschaften zur Lösung des Sozialkonflikts bei den Technikern und den Fluglotsen bei der belgischen Flugsicherung Skeyes wurde lediglich von der Direktion selbst, von den beiden Schlichtern, der paritätischen Kommission und von der sozialistischen Gewerkschaft angenommen. Doch diese Gewerkschaft hat beim Personal von Skeyes nur wenige Mitglieder. Die christliche und die liberale Gewerkschaft, die zahlenmäßig dort wesentlich stärker stehen, lehnten das Abkommen ab. 

Eigentlich war für 10 Uhr am Donnerstagvormittag eine Personalversammlung bei vorgesehen, bei der die Direktion das Abkommen erklären wollte. Doch angesichts der Tatsache, dass die Fluglotsen massiv daran teilnehmen wollten und dass dadurch die Flugsicherung an sich ohne Personal war, wurde die Versammlung abgesagt. Doch es sind bei weitem nicht alle erforderlichen Fluglotsen an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt, so dass der Luftraum über Belgien geschlossen wurde.

Die europäische Flugsicherung Eurocontrol geht davon aus, dass bis gegen 13 Uhr keine Maschine am Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem starten oder landen kann oder wird. Schon vor 10 Uhr am Morgen waren rund 80 Flüge am Brussels Airport annulliert. Skeyes kontrolliert den Luftraum über Belgien bis zu einer Höhe von etwa 7.500 m oder 24.500 Fuß. Alles andere ist Sache von Eurocontrol. Maschinen, die derzeit Belgien überfliegen, sind also viel höher in der Luft und werden vom Eurocontrol-Tower in Maastricht in den Niederlanden überwacht und geleitet. 

Brussels Airlines verklagt Skeyes

Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines, eine 100 %ige Tochter der Lufthansa, kündigte unterdessen an, gerichtliche Schritte gegen die Flugsicherung Skeyes einzuleiten. Im Zuge der Tatsache, dass an diesem Donnerstag wohl bis zum Abend hin erneut kein Flugverkehr in Belgien möglich sein wird, ist bei Brussels Airlines das Maß voll. Zur Begründung der Klage hieß es, dass die verschiedenen Aktionen der Fluglotsen bei Skeyes der Airline bereits einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von rund 4 Mio. € zugefügt haben.