Am Freitagmorgen: keine Transmigranten mehr am Brüsseler Nordbahnhof

Am Donnerstagabend sind die rund 200 Transmigranten, die seit vielen Monaten am Busbahnhof unter dem Brüsseler Nordbahnhof übernachten, in Obdachlosenzentren untergebracht worden. Am Freitagmorgen war der Ort vollkommen verlassen, wie die VRT-Redaktion feststellen konnte.

An dem Busbahnhof herrschten seit geraumer Zeit unfassbare Hygienezustände und große Sicherheitsprobleme. Der flämische Verkehrsbetrieb De Lijn hatte seine Haltestellen unter dem Nordbahnhof geschlossen und einige Hundert Meter weiter auf das Gebiet der Brüsseler Gemeinde Sint-Joost-ten-Node verlegt.

Nichtregierungsorganisationen forderten seit Langem Maßnahmen der Behörden, doch diese schoben sich gegenseitig die Verantwortung zu.

Ein Durchbruch konnte nach einem Gespräch zwischen der Bundesministerin für Asyl und Migration, Maggie De Block (Open VLD), dem Brüsseler Ministerpräsidenten Rudi Vervoort (PS), dem Brüsseler Minister Pascal Smet (SP.A) und verschiedenen Organisationen und Ämtern erzielt werden.

Die Transmigranten werden in Brüsseler Obdachlosenzentren untergebracht und u. a. von der belgischen Fedasil-Behörde betreut. Sie können entweder Antrag auf Asyl oder auf freiwillige Rückkehr stellen. Wer zum Nordbahnhof zurückkehre, werde in ein geschlossenes Asylzentrum verlegt, sagte De Block, die ebenfalls für die Volksgesundheit zuständig ist.

Maggie De Block reagierte erfreut auf diesen Durchbruch: „Wir geben den Pendlern und Reisenden den Nordbahnhof zurück. Ein Bahnhof ist kein Aufnahmelager.“

Bürgerinitiativen und Verkehrsbetriebe zufrieden

Die Bürgerinitiative, die sich für die Transmigranten einsetzt, reagierte positiv auf diese Initiative, obwohl es sich hier nicht um eine strukturelle Lösung des Problems der Transmigranten handele. Diese versuchen über Brüssel nach Großbritannien zu gelangen.

Die flämischen Verkehrsbetriebe De Lijn haben angekündigt, zu ihren gewohnten Haltestellen unter dem Nordbahnhof zurückzukehren, sobald der Ort aufgeräumt und gereinigt worden sei.