Wahlkampf: Massive Ausgaben für Online-Kampagnen

Die flämischen Parteien führen ihren Wahlkampf mit Vorliebe auf Facebook oder Google. Diese Feststellung beruht auf Datenanalysen der beiden Webgiganten. Besonders hoch ist die Nutzung der neuen Medien beim rechtsextremen Vlaams Belang: Seit Anfang März hat sich Vlaams Belang die Facebook-Kampagne 400.000 Euro kosten lassen.

Alle Parteien versuchen in diesem Wahlkampf potenzielle Wähler mit Kampagnen auf YouTube oder Facebook zu überzeugen. Zusammen haben alle Parteien insgesamt 800.000 Euro ausgegeben.

Die Hälfte der Ausgaben gehen allein auf das Konto der flämischen Rechtsextremen, die mit teuren und weiträumigen Kampagnen übrigens auch in der Wallonie auf Stimmenfang gehen.

Kampagne Vlaams Belang und Vorsitzender Tom Van Grieken

Die anderen Parteien bevorzugen eher preiswertere und personalisierte Online-Kampagnen, mit denen sie bestimme Profile ansprechen. Die flämischen Sozialdemokraten der SP.A nehmen insbesondere Wähler zwischen 25 und 40 ins Visier.

Die linksextremistische PVDA hat online in erster Linie in eine Kampagne für ihren Vorsitzenden und Antwerpener Spitzenkandidaten Peter Mertens investiert.

N-VA: einer der größten Anzeigenschalter im Netz

Die flämischen Nationalisten, die in Flandern womöglich an der Macht bleiben, gehören zu den wichtigsten Anzeigenschaltern in Europa. Nur die deutsche CDU und die spanischen Parteien Podemos und Ciudadanos haben mehr für Online-Werbung als die „Nieuwe Vlaamse Alliantie“ ausgegeben.

Während die meisten Parteien Facebook zu bevorzugen scheinen, wirbt die Partei von Bart De Wever auch über Google-Anzeigen. Werbebotschaften oder kurze YouTube-Videos werden bei den Suchergebnissen angezeigt. Seit März haben diese Anzeigen bei YouTube 90.000 Euro gekostet.

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