Umweltschützer im VRT-Fernsehstudio: Konfetti-Attacke auf Guy Verhofstadt

Die Debatte zu den Europawahlen in der VRT-Sonntagstalkshow „De zevende dag“ (dt.: „Der siebte Tag“) zwischen den beiden europäischen Spitzenkandidaten der flämischen Liberalen und Nationalisten -  Guy Verhofstadt (Open VLD, Foto) und Geert Bourgeois (N-VA und aktueller flämischer Ministerpräsident) - wurde von Klimaaktivisten mit Elefantenmasken zu einer Protestaktion genutzt. Die beiden Politiker wurden mit Konfetti und Wurfzetteln beworfen. 

Die Fernsehdebatte wurde kurz unterbrochen bis die Aktivisten der Gruppe „Extinction Rebellion“ von der Security aus dem Aufnahmestudio entfernt worden waren (Video). Etwas später konnte die Debatte ungestört fortgesetzt werden. Guy Verhofstadt (Open VLD) war mit der Aktion offensichtlich nicht zufrieden: "Anstatt sich auf den Boden zu legen, würden sie sich besser für mehr Europa engagieren", sagte er.

Anschließend diskutierten die politischen Kommentatoren Joël De Ceulaer und Jan Segers noch recht angeregt und kontrovers über den Vorfall. "Mir sagt eine leichte Form der Anarchie durchaus zu", sagte der politisch eher links orientierte De Ceulaer. Jan Segers war anderer Meinung: "Ich fand es sehr schlechte Werbung für Parteien, die ihre Positionen verantwortungsbewusst verteidigen. Ich fürchte, dass diese Art des Handelns der grünen Sache keinen Gefallen tut."

Der Protest von „ Extinction Rebellion“ war gut vorbereitet, denn die gesamte Aktion wurde live auf ihrer Facebook-Seite übertragen. Die Aktionsgruppe (sie selbst sprechen von "einem Bürgerkollektiv") ist in mehreren Ländern aktiv und nutzt Techniken des zivilen Ungehorsams, obwohl sie immer gewaltlos vorgehen. Sie unterbrachen auch schon eine Konferenz von Premierminister Charles Michel (MR) mit der Bitte, "den Ausnahmezustand für das Klima auszurufen".

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