CD&V-Kandidatin in Brüssel Bianca Debaets: „Viele Autofahrer denken, sie sind hier in Francorchamps“

In Brüssel gibt der Flame seine Stimme für das Brüsseler Parlament, das flämische Parlament und die Kammer (föderal) ab sowie für das Europäische Parlament. Er oder sie muss also vier Mal am 26. Mai wählen. Wir stellen aus den folgenden sechs flämischen Parteien in Brüssel eine(n) der Spitzenkandidaten/-innen vor. Machen Sie sich hier ein Bild von Bianca Debaets von den flämischen Christdemokraten CD&V. Debaets kandidiert als Spitzenkandidatin der CD&V für das Brüsseler Parlament.

Für die flämische Christdemokratin, Bianca Debaets, die für das Brüsseler Parlament kandidiert,  ist die Verkehrssicherheit besonders wichtig. Sie war in der letzten Legislatur Brüsseler Staatssekretärin und hat sich in dieser Zeit – wie sie selbst sagt - stark für separate Radwege in Brüssel eingesetzt. „Ich stand auch am Anfang der Niedrig-Emissions-Zone in Brüssel“, so Baets gegenüber der VRT. „Wir atmen alle Luft, diese Luft muss besser und sauberer werden.“

„Wir haben deshalb den mutigen Entschluss gefasst, die größte Niedrig-Emissionszone von Europa einzuführen. Die erstreckt sich über alle 19 Gemeinden der Stadt. Dort dürfen sie nicht mehr mit Dreckschleudern, also mit die Umwelt verschmutzenden Dieselfahrzeugen, hineinfahren. Jedes Jahr wird das zudem strenger.“ Das Auto ist für Debaets sowieso keine Zukunftslösung, jedenfalls nicht in Brüssel. „Ich will echt keine Hexenjagd gegen Autos machen, aber wir brauchen eine bessere Ausgewogenheit. In diesem Sinne werben wir für die öffentlichen Verkehrsmittel und auch die Benutzung des Fahrrads. Ich habe selbst auch ein Klapprad, das ich überallhin mitnehme. Damit geht es einfach schneller.“

Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter!

Viele Autofahrer denken, sie sind hier in Francorchamps“

Weiter betont Debaets, dass wir ein Umdenken im Straßenverkehr bräuchten. Die Verkehrsteilnehmer sollten höflicher und respektvoller miteinander umgehen, findet Debaets. „Viele Fahrer denken, sie sind hier in Francorchamps. Die muss man von der Straße holen.“

Noch immer ist die Zahl tödlicher Straßenverkehrsopfer in Brüssel hoch. Debaets ist deshalb auch für die Blitzgeräte der Polizei in der Stadt, damit alle die Regeln respektieren.

Bessere Begleitung von Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen

Debaets, die Pflegemutter eines Jungen ist, hält es für absolut notwendig, dass Kinder aus schwierigen Verhältnissen viel besser begleitet werden und zum Beispiel in Pflegefamilien oder Jugendeinrichtungen untergebracht werden, also nicht auf der Straße landen. „Es muss dafür gesorgt werden, dass diese jungen Leute eine Zukunft haben und ihre Talente entwickeln können“ ,so Debaets.

Kinderbetreuung, Unterrichtswesen und bezahlbares Wohnen

Die Themen, die flämische Politiker besonders dringend in den nächsten Jahren anpacken sollten, sind die Kinderbetreuung, das Unterrichtswesen und bezahlbares Wohnen, findet Debaets. „Brüssel ist eine fantastische Stadt. Jede Menge Studenten bleiben hier nach ihrem Studium hängen, aber wenn die Menschen etwas älter werden, überlegen sie dann doch, Brüssel wieder zu verlassen. Das will ich auf keinen Fall, denn diese Mittelschicht ist sehr wichtig, damit der soziale Zusammenhalt in Brüssel fortbestehen und damit ein gutes Gleichgewicht gefunden werden kann.“

Für mich ist wichtig, dass jeder Brüsseler zweisprachig ist.

Verlassen viele Flamen auch Brüssel wegen des Mangels an niederländischsprachigen Schulkapazitäten? Und was hält Bianca Debaets eigentlich von zweitsprachigen Schulen (Niederländisch und Französisch)? „Für mich ist wichtig, dass jeder Brüsseler zweisprachig ist. Das kann man auf verschiedenen Wegen erreichen.“ Das niederländischsprachige Unterrichtswesen sei sehr erfolgreich, so Debaets. Es sei ein Markenzeichen für Qualität, so dass sich viele anderssprachige Eltern für Ihre Kinder für dieses niederländischsprachige Unterrichtswesen entscheiden. „Sie wissen, wenn mein Kind später zweisprachig ist, ist das die beste Garantie auf einen Job.“

„Nur hapert’s beim Gleichgewicht. Ich treffe immer wieder flämische Eltern die sagen,  dass es nicht gerade leicht ist, einen Platz in einer niederländischsprachigen Schule zu finden. Ich freue mich deshalb, dass Hilde Crevits dafür gesorgt hat, dass die Prioritätsregeln für Niederländischsprachige, bei aller Offenheit für nicht niederländischsprachige Personen, verschärft wurden. Wichtig ist doch die gute Mischung!“

Von einer Abschaffung der Prioritätsregeln will sie nichts wissen. Diese Regeln seien wichtig, schließlich handele es sich immer noch um das niederländischsprachige Unterrichtswesen. Das Unterrichtswesen ist Befugnis der Gemeinschaften. Flandern sollte weiter seiner Verantwortung in Brüssel gerecht werden. So habe Crevits 200 Mio. Euro in das Unterrichtswesen in Brüssel investiert. Das wäre nicht möglich, wenn die Region Brüssel selbst hierfür zuständig wäre. Dadurch schaffe man auch ein Band zwischen Brüssel und Flandern, betont die Sozialdemokratin. „Brüssel ist die Hauptstadt von Flandern. Das werden wir doch nicht aufgeben!“

Ruhe sucht Debaets übrigens im Parckfarm, einer der neuen Stadtparks hinter Tour &Taxis. Von dort aus habe man eine tolle Sicht auf Brüssel, wo sich viele verschiedene Menschen und Kulturen treffen.

„Ich liebe die Ruhe in der Stadt. Ich mag das brausende Brüssel, aber ich brauche auch die stillen Momente.“ Und was hält sie von den sozialen Medien? Die sind wichtig, aber ich ziehe immer noch ein richtiges Bier oder einen Kaffee mit Freunden einem Chat vor.

Und bald stehen die Sommerferien an. Was wird sie unternehmen? Dieses Jahr wird nicht das Flugzeug genommen, betont die in Ostflandern geborene Debaets. Sie suche noch, doch so viel stehe schon jetzt fest: Es wird eine Zugreise.