Nicolas Maeterlinck

Vogelgrippe in Belgien: Krise ist noch lange nicht gebannt

In Belgien verbreitet sich das Vogelgrippevirus H3 - eine für den Menschen harmlose Form - weiter, vor allem in Westflandern. Inzwischen wurde das Virus an 41 Orten entdeckt.

Die Kontamination wurde hauptsächlich in Geflügelfarmen an der Grenze zwischen West- und Ostflandern festgestellt. Das geht nun schon seit fast vier Wochen so. Dany Coulier vom Verband der Geflügelzüchter spricht von einer Krise. Er glaubt, dass die Regierung kostbare Zeit verloren habe und fordert strengere Maßnahmen.

Landwirtschaftliche Organisationen in Belgien plädieren weiterhin für einen Plan zur Sanierung kontaminierter Ställe. Eine Reihe von Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des H3-Virus wurden am Montag im Amtsblatt veröffentlicht. Die Ministerialverordnung umfasst die Desinfektion von Fahrzeugen in gewerblichen Geflügelhaltungsbetrieben, die Beschränkung des Zugangs zu Ställen sowie die Entfernung und Verarbeitung von Gülle aus infizierten Ställen.

Dies sei ein guter erster Schritt, sagen der Bauernverband "Boerenbond" und der Geflügelzüchterverband "Landsbond van Pluimveehouders", aber sie bestehen weiterhin auf einer Regelung für "eine koordinierte Entsorgung kontaminierter Ställe", so die Boerenbond-Sprecherin Vanessa Saenen. Schließlich hatte Minister Denis Ducarme angekündigt, dass mit dem Virus infizierte Tiere geschlachtet und die betroffenen Geflügelhalter entschädigt würden.

Doch nach Angaben des Bauernverbandes habe sich diese Regelung verzögert, weil Europa ihr noch nicht zugestimmt habe. "Der Vorschlag, die Schlachtung mit Geldern aus dem Sektor (über den Sanitärfonds) zu finanzieren, gilt als illegale staatliche Beihilfe", erklärt Saenen. Es seien Beratungen im Gange, so dass doch noch mit den Schlachtungen begonnen werden könne. "Jeder Tag, an dem es nicht möglich ist, drastische Maßnahmen zu ergreifen, ist ein zusätzlicher Tag, an dem sich die Krankheit weiter ausbreiten kann", so Saenen auch noch.

Laut der belgischen Nahrungsmittelagentur sei das H3-Virus für den Menschen und die Nahrungskette völlig unbedenklich. Es sei auch eine andere Variante als die Vogelgrippeviren, die in den letzten Jahren zu mehreren Pflichtkäfigen für Geflügelhalter geführt haben. Die Vogelgrippe Typ H3 betrifft Geflügel. Tiere werden depressiv, legen weniger Eier oder essen weniger und trinken weniger. Sie können auch an dem Virus sterben.

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