"Air Francken": Organisierte Bart De Wever in Antwerpen gezielt Razzien gegen Illegale?

Antwerpens Bürgermeister Bart De Wever (N-VA - Foto hinten), Spitzenkandidat seiner Partei für das Amt des flämischen Ministerpräsidenten, soll vor einigen Jahren gezielt und in Absprache mit dem damaligen belgischen Staatssekretär Theo Francken für Asyl und Einwanderung (ebenfalls N-VA - Foto vorne), gezielt Razzien gegen bestimmte Einwanderer-Gruppen organisiert haben. Dies ist aus Audiofragmenten ersichtlich, die ein frankophoner Journalist bei Recherchen 2016 aufgenommen hatte.

Die Audiofragmente, bzw. die Tatsache, dass Bart De Wever und Theo Francken vor einigen Jahren gezielt Razzien zur Abschiebung von bestimmten Einwanderergruppen organisiert haben, ist nicht neu. Das frankophone Nachrichtenmagazin Le Vif/L’Express hatte dies bereits 2016 in einem Artikel vermeldet, doch damals fand diese Geschichte keine Aufmerksamkeit in der hiesigen Medienwelt.

Der Journalist Aubry Touriel war seinerzeit nach Antwerpen gezogen, um dort über das Innenleben der N-VA zu recherchieren. Dabei fand er Einlass bei Parteitreffen, weil er eine Mitgliedskarte der flämischen Nationalisten besaß. Jetzt, einige Tage vor den Wahlen in Belgien, brachte Le Vif dieses Thema wieder zur Sprache, wohl inspiriert von den Vorgängen um das Video, dass die österreichische Regierung, bzw. die FPÖ-Minister zu Fall brachte.

Worum geht es bei diesem Vorgang? Offenbar sollen in Antwerpen gezielt Einwanderer bestimmter Herkunft organisiert worden sein. Dies war Abhängig von freien Plätzen in Abschiebezentren oder von freien Plätzen in Flugzeugen, mit Ziel Heimatländer der aufzugreifenden Personen.

Mit Gelächter kommentiert

Die von Touriel aufgenommenen Tondokumente lassen hören, dass De Wever von Vorteil fand, dass mit seinem Parteifreund Francken das Amt des Asyl-Staatssekretärs besetzt sei. Bart De Wever sprach dabei auch von „Air Francken“, was die N-VA-Parteimitglieder während des besagten Treffens mit Gelächter kommentierten.

Die Tatsache, dass der Bürgermeister von Antwerpen gezielt Abschieberazzien organisierte, habe einen faden Beigeschmack, wenn man an die Juden-Razzien in der flämischen Hafenmetropole während des Zweiten Weltkriegs denkt, so einige Kritiker. In politischen Kreisen zeigten sich Freund und Feind schockiert über die Ausdrucksweise und die Wortwahl De Wevers.

Dieser ist sich keiner Schuld bewusst und argumentierte mit einer „effizienten Zusammenarbeit bei der Ausweisung von illegalen kriminellen Einwanderern“. Ob diese Geschichte bei der N-VA so kurz vor den Wahlen Kopfschmerzen auslösen kann, ist fraglich und bleibt abzuwarten. 

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