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Digitalisierung in Belgien: Viele Jobs verschwinden, noch mehr neue kommen hinzu

Nicht neu ist, dass im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und Automatisierung wohl auch Arbeitsplätze verloren gehen. Das wird auch in Belgien der Fall sein. Doch laut einer Analyse von Agoria, Dachverband der belgischen Technologie-Industrie, werden viel mehr neue Jobs hinzukommen, als abgebaut werden. Eigentlich wird der technologische Fortschritt den schon jetzt dramatischen Fachkräftemangel wohl noch verschärfen, erwartet Agoria. 

Agoria ließ eine Analyse durchführen, die sich mit der Auswirkung von Digitalisierung und Automatisierung auf den belgischen Arbeitsmarkt beschäftigte. Demnach sollen auf jeden verlorenen klassischen Arbeitsplatz vier neue Jobs folgen.

Marc Lambotte vom belgischen Technologie-Verband Agoria sagte dazu ganz klar: „Wenn wir keine Maßnahmen treffen, dann haben wir bis 2030 über 500.000 Arbeitskräfte zu wenig, um die Arbeit, die bis dann vorhanden ist, ausführen zu können. Es wird immer gesagt, dass durch die Digitalisierung Jobs verloren gehen. Das ist auch so, doch gleichzeitig sorgt die neue Technologie dafür, dass viele neue Arbeitsstellen hinzukommen.“

Verloren werden wohl klassische Arbeiterjobs in Sektoren, wie der Metall- oder Holzindustrie und auch in der Landwirtschaft. Hier werden wohl immer mehr Maschinen und Roboter die Arbeit übernehmen. Sogar klassische Büroaufgaben fallen darunter, wie z.B. die Buchhaltung. Diese wird mehr und mehr von Computern übernommen.

Wir müssen massiv auf Umschulung setzen.“

Marc Lambotte, CEO Agoria

Doch sogar in der automatisierten Produktion werden laut Agoria auch in Belgien zahlreiche neue Jobs geschaffen werden. Auch in Sachen Vertrieb, Transport und Logistik sowie im Baufach kommen viele Stellen hinzu. Die größte Zunahme erwartet Agoria-CEO Lambotte in den Bereichen Pflege, Dienstleistung und Bildung: „Wir müssen massiv auf Umschulung setzen.“

In erster Instanz müsse dafür gesorgt werden, dass die Menschen, die heute einen Job haben, ausreichend fachkundig sind, um diese Arbeitsplätze auch weiter besetzen zu können, so Lambotte: „Dazu müssen wir die Menschen weiterbilden. Das zweite, was wir machen müssen, ist jene rund 300.000 Arbeitnehmer, deren Jobs wegfallen, dahingehend umschulen, dass sie Berufe ergreifen, bei denen Nachfrage herrscht.“

Die dritte Herausforderung ist für den Technologie-Verband mehr Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren und zu aktivieren. Agoria-CEO Lambotte ist der Ansicht, dass jeder, der arbeiten könne, auch arbeiten müsse: „Zum Schluss müssen wir dafür sorgen, dass Jobs, für die wir echt keine Bewerber finden, technologisch so entwickelt werden, dass sie automatisiert werden können.“   

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