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Menschenschmuggler: Polizei hebt zwei Banden in Brüssel aus

Die belgische Bundespolizei hat in diesen Tagen gleich zwei Banden ausgehoben, die sich mit dem Schleusen von Flüchtlingen beschäftigten. Eine der beiden Banden brachte sogenannte Transitmigranten illegal in Lastwagen nach Großbritannien und die zweite Bande half beim Menschenschleusen mit falschen Identitätspapieren aus. Die Polizei nahm in diesem Zusammenhang mehr als ein Dutzend Personen fest, wie am Mittwoch gegenüber VRT NWS bestätigt wurde.

Die erste Schleuserbande, die die belgische Bundespolizei unschädlich machen konnte, schmuggelte vor allem Transitmigranten aus dem Sudan nach Großbritannien. Die Bandenmitglieder selbst stammen ebenfalls aus dem Sudan. Sie brachten Flüchtlinge aus der Umgebung des Brüsseler Nordbahnhofs und des nahegelegenen Maximilianparks nach Südbelgien. Dort mussten sie gegen Bezahlung in der Nähe von Arlon in der Provinz Luxemburg in Lastwagen klettern, die sie auf die britischen Inseln brachten, ohne dass die LKW-Fahrer eine Ahnung davon hatten.

Die Polizei beobachtete die Bande bereits seit Dezember 2018 und schlug vor einigen Tagen in Hondelange in der Provinz Luxemburg zu, wo einige der Menschenschmuggler auf frischer Tat ertappt wurden. Gleichzeitig wurden in Brüssel fünf Wohnungen gestürmt. Bei der Aktion wurden 10 Verdächtige festgenommen und nebenbei fünf sudanesische Transitmigranten.

Die zweite Bande soll in Belgien verbleibenden Flüchtlingen falsche britische Ausweisdokumente verschafft haben, damit diese unbehelligt in unserem Land bleiben konnten. Anschließen sollten diese Personen wohl ebenfalls nach Großbritannien gebracht werden. Hier erfolgten jetzt insgesamt 13 Hausdurchsuchungen. Dabei wurden acht Verdächtige verhaftet. In diesem Zusammenhang wird derzeit noch die Rolle eines Beamten einer Brüsseler Kommunalverwaltung untersucht. Möglicherweise hat dieser Verdächtige hier bei der Fälschung von Papieren geholfen.