Mehr als die Hälfte der flämischen Kandidaten am Sonntag sind Newcomer

Mehr als die Hälfte der Kandidaten, für die der Wähler am Sonntag in Belgien stimmen kann, hat noch nie zuvor an einer Parlamentswahl teilgenommen. Die Mehrzahl der Neulinge sind bei den flämischen Sozialdemokraten (SP.A) zu finden, danach folgen die Christdemokraten (CD&V) und die Grünen (Groen). Das geht aus einer Studie des Forschungsinstituts Vives (KU Löwen) hervor.

Die Wahllisten der flämischen politischen Parteien bestehen zu 57,6% aus Kandidaten, die noch nie zuvor an Parlamentswahlen teilgenommen haben. Die flämischen Regionalisten von der N-VA mag sich die Partei der "Macht des Wandels" nennen, doch ist sie die Partei mit dem niedrigsten Erneuerungsgrad (52,2 % Debütanten). Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Forschungsinstituts Vives (KU Löwen).

Auch beim rechtsextremen Vlaams Belang tauchen öfter die gleichen Politiker-Gesichter wieder auf als bei anderen Parteien. Die meisten Newcomer sind auf den Listen von SP.A (61,1%) zu finden, gefolgt von der Partei CD&V, von Groen und von der liberalen Open VLD.

Von allen effektiven Kandidaten nutzen 53,49 % erstmals ihre Chance. Unter den Nachfolgern sind es 64,75 %. "Die Parteien neigen also dazu, die Nachfolgerlisten mit neuen Kandidaten zu besetzen", so Bart Maddens, einer der Forscher.

Die Neulinge sind im Durchschnitt 41,2 Jahre alt, geht auch noch aus der Studie hervor. Auffällig ist, dass die meisten Debütanten Frauen sind. "Anscheinend sind die flämischen Parteien immer noch eher bereit, weibliche Kandidaten zu ersetzen als männliche. Obwohl es auch möglich ist, dass die Frauen selbst weniger bereit sind, wieder auf die Liste gesetzt zu werden."

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