Flämische Uni-Professoren fordern einen "Aktionsplan Sprachen"

Die Sprachen-Professoren der vier flämischen Universitäten fordern von der nächsten flämischen Landesregierung einen „Aktionsplan Sprachen“. Sie sind entsetzt über das schlechte Abschneiden der hiesigen Schulkinder und Studierenden in internationalen Vergleichen in Sachen Sprachfähigkeiten und Mehrsprachigkeit. Zudem geht die Zahl der Sprachenstudenten in Flandern deutlich zurück und dies in einer Zeit, in der die Kenntnis mehrerer Sprachen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt mehr und mehr unerlässlich wird.

Sprachenprofessoren der KU Leuven, der UGent, der UAntwerpen und der VUB in Brüssel läuten die Alarmglocken. Die flämischen Schüler und Studenten schneiden in Sachen Sprachfähigkeit im internationalen Vergleich immer wieder schlechter ab. Zudem ist die Zahl der Sprachenstudenten an Universitäten und Hochschulen im belgischen Bundesland Flandern innerhalb von fünf Jahren um 23 % gesunken.

Jetzt fordern die wichtigsten Sprachenprofessoren der vier großen flämischen Unis so kurz vor den Regionalwahlen von der noch zu bildenden neuen flämischen Landesregierung einen „Aktionsplan Sprachen“, eine Kampagne, die das Thema Sprachen ähnlich in den Vordergrund bringen soll, wie es mit dem sogenannten STEM-Plan geschehen ist.

Hier warb die Landesregierung für Aus- und Weiterbildungen in den Bereichen Technologie, Technik, exakte Wissenschaften und Mathematik und stellte die entsprechenden Mittel zur Verfügung. Dies soll nun auch spezifisch für Sprachen geschehen, inklusive Schulungen für die entsprechenden Lehrkräfte und auch mehr Mittel für Weiterbildungen, z.B. für das Lehrpersonal in den Mittelschulen wird gefordert.

An allen Fronten sehen die Sprachenprofessoren Probleme, allen voran Prof. Alex Housen (Experte für Mehrsprachigkeit an der VUB und Sprecher der Sprachenprofessoren im Universitätsbereich): „In den vergangenen Monaten erreichte uns über die Medien eine Unheils-Nachricht nach der anderen über das Spracheniveau unserer Schulkinder und Studierenden.“

In den jüngsten internationalen Studien, wie PISA (Programme for International Student Assessment - Programm zur internationalen Schülerbewertung) und PIRLS (Progress in International Reading Literacy Study - Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung), schneiden die Kinder und Jugendlichen in Flandern immer schlechter ab.

Jetzt versuchen die Uni-Sprachenprofessoren in Flandern den Schulterschluss mit ihren Hochschulkollegen, um gemeinsam von der Politik eine adäquate Reaktion einzufordern.

Die neue flämische Landesregierung soll zielgerichtet mehr Mittel einsetzen, um Schulkinder und deren Lehrer sowie Studierende und deren Professoren und Hochschullehrer in jeder Hinsicht in Sachen Sprachfähigkeit und Mehrsprachigkeit zu fördern. Das betrifft Lehrkräfte in allen Bereichen und bei weitem nicht nur beim Sprachenunterricht.

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