Umfassende Polizeiaktion: Mehr als 1.000 Opfer einer Bande von Autoschiebern?

Die große Aktion gegen eine Internationale Bande von Autoschiebern der belgischen Bundespolizei hat ergeben, dass es möglicherweise mehr als 1.000 Opfer dieser kriminellen Vereinigung geben könnte. Insgesamt wurden rund 250 Häuser und Wohnungen durchsucht und zahlreiche Beweismittel beschlagnahmt. Vor drei Woche begannen die Razzien der Polizei, eine der größten Polizeiaktionen in unserem Land seit rund 20 Jahren.

Ziel der Fahndung ist eine international operierende Bande, die sich auf Betrug bei Autohandel spezialisiert hatte. Die Diebe richteten sich gezielt an Personen, die versuchten, ihr Auto über eine Online-Plattform zu verkaufen. Doch mit gefälschten Überweisungsformularen und Zahlungsbeweisen hauten die Diebe die gutgläubigen Autoverkäufer übers Ohr und verschwanden meist unerkannt mit den Fahrzeugen und deren legalen Papieren.

Bisher konnte die Polizei diverse Fahrzeuge beschlagnahmen, die möglicherweise auf diese betrügerische Art und Weise den Besitzer gewechselt haben: 91 Wohnwagen, ein Abschleppwagen und 150 Autos, darunter Luxuskarossen der Marken Bentley, Ferrari oder Porsche. Daneben wurden auch Waffen, teurer Schmuck und Bargeld in Höhe von rund 1,5 Mio. € beschlagnahmt. Zum „Imperium“ der Bande gehören auch 34 Gebäude.

Derzeit ermittelt die Polizei gegen 42 Verdächtige, von denen gegen 33 ein Haftbefehl erlassen wurde. Dazu gehören ein Notar, drei Polizeibeamte, ein Versicherungsmakler, Fachleute für das Hacken und Knacken von Alarmanlagen und GPS-Tracking bei Fahrzeugen, ein Waffenhändler  sowie Betreiber von Autowerkstätten und Waschanlagen. Auffallend ist auch, dass unter den Verdächtigen ein Mitarbeiter der belgischen Anmeldungsbehörde für Autos.

Nach Polizeiangaben lauten die Vorwürfe gegen die Verdächtigen auf Betrug, Diebstahl, Unterschlagung, Fälschung, Hehlerei, Geldwäsche, Verstoß gegen das Berufsgeheimnis, unberechtigte Nutzung von Datenbanken und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Die Bande machte nach bisherigen Erkenntnissen mit ihrem Autoschwindel eine Beute von bis zu 6,5 Mio. €. Möglicherweise wurden bis zu 1.000 Opfer geprellt.