"Eine Situation, die an 1936 erinnert"

"Der Durchbruch des Vlaams Belang und die Aufrechterhaltung des N-VA erinnert an die 1930er Jahre in Belgien", betont Rudy Demotte (PS), Ministerpräsident der Föderation Wallonie-Brüssel.

"Wir haben seit 1936 keine Bewegung dieser Größenordnung mehr gesehen", so Rudy Demotte am Sonntagabend im französischen Privatsender RTL-TVi, "eine Bewegung, die an den Vormarsch der flämisch-nationalistischen Vorkriegspartei VNV und dito Bewegung Verdinaso (Verband der großniederländischen Nationalsolidaristen) erinnert.

Wie andere Sozialisten und Ökologen sieht Demotte das Ergebnis dieser Wahlen als eine Niederlage der schwedischen Koalition aus mitte-rechts Parteien, d.h. MR, N-VA, CD&V und Open VLD. "Es war zwar eine rechte Regierung, von der man denken könnte, sie sei ein Gegenmittel gegen den Aufstieg der extremen Rechten, aber gerade die extreme Rechte hat jetzt den Wind in ihren Segeln", fügte Demotte hinzu.

Georges-Louis Bouchez von der liberalen MR stimmt dieser Analyse nicht zu. Er weist mit dem Finger auf die frankophone Opposition, insbesondere auf die PS, die bei Amtsantritt der Michel-Regierung vom "Geräusch der Nazistiefel" sprach oder auf Ecolo, die mit einer Karikatur von Theo Francken auf die Wehrmacht verwies.

"Die Äußerungen mehrerer Französischsprachiger haben nun zu diesem Ergebnis geführt", sagte er und sich an die Grünen wendend, betonte er noch: "Jetzt kriegt Ihr die Rechnung für Eure Leichtsinnigkeit präsentiert!"