Filmfestival in Cannes: Regiepreis für die Dardenne-Brüder

Die Filmemacher Luc und Jean-Pierre Dardenne (Foto) haben zwar keine „Goldene Palme“ für ihren aktuellen Streifen „Le jeune Ahmed“ („Der junge Ahmed“) erhalten, dafür aber den Preis für die beste Regie. Der Film, der sich mit dem radikalen Islam auseinandersetzt, läuft seit Mittwoch in den belgischen Kinos und ist laut Luc Dardenne „eine Ode an das Leben“.

Die Gebrüder Dardenne sind in Cannes gerne gesehene Filmemacher. Sie wurden dort bereits mehrmals ausgezeichnet, auch mit der „Goldenen Palme“, doch der Regiepreis, eine Art Königsdisziplin unter den Regisseuren, fehlte ihnen noch in der Sammlung.

Mit den Film „Le jeune Ahmed“ setzen sich Luc und Jean-Pierre Dardenne mit dem radikalen Islam auseinander. Sie tun dies in einem ruhigen und anmutigen Film, der das Leben des Jugendlichen Ahmed erzählt, der bereits im Kindesalter von einem radikalen und fundamentalistischen Imam indoktriniert wurde.

„In Zeiten von steigendem identitärem Populismus und von radikaler werdenden Religionen, wollten wir einen Film machen, der an das Lebeb appelliert. Das ist nicht zuletzt eine der Aufgaben des Kinos“, sagte Luc Dardenne zum Regiepreis für ihn und seinen Bruder in Cannes.

Seit 1996 haben die Gebrüder Dardenne insgesamt 9 Filme beim Festival von Cannes vorgestellt, darunter „Le Gamin au Vélo“, Deux Jours, une Nuit“ oder „La Fille inconnue“. Mit „Rosetta“ 1999 und „L“Enfant“ 2005 gewann das filmemachende Brüderpaar aus Lüttich jeweils die „Goldene Palme“.

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