Flämische Linke (PVDA) schafft den Sprung ins Parlament: "Wir sind der zweite Wahlgewinner“

In mehreren flämischen Provinzen hat die kommunistische PVDA die Fünfprozenthürde geschafft. In Antwerpen wird der linke Parteivorsitzende Peter Mertens (Foto) in die Kammer des belgischen Parlaments einziehen: Zum ersten Mal seit den 80. Jahren des letzten Jahrhunderts wären damit die flämischen Kommunisten wiederdort vertreten. Mertens sieht seine Partei als "zweite Gewinnerin" der heutigen Wahlen. 

Es wurde bereits vorhergesagt, dass die extremlinke PVDA besser abschneiden würde. Bei den Wahlen 2014 schaffte die Partei nirgendwo in Flandern die Fünfprozenthürde und holte ihr Parteivorsitzender Peter Mertens keinen Sitz im Parlament. In der letzten VRT-Umfrage stieg die Partei auf 5,9%, ein Plus von 3% gegenüber der Bundestagswahl vor fünf Jahren.

PVDA wurde diesen Erwartungen gerecht. Nach den vorläufigen Ergebnissen schafft die Partei in allen Provinzen mit Ausnahme von Westflandern die Fünfprozenthürde. In Antwerpen erhält die Partei nun zwei Sitze, was dem Parteivorsitzenden nun den Eintritt in das belgische Parlament ermöglicht.

Wir sind der zweite Gewinner dieser Wahlen.
Peter Mertens, Vorsitzender des PVDA

In Antwerpen hielt Mertens die erste Rede des Vorsitzenden des Abends. "Sie sagten, dass es in Flandern keinen Platz für eine Gegenstimme geben würde. Sie sagten, dass ganz Flandern rechts wählen würde", sagt er. "Sie sagten, dass David nie in Flandern gewinnen würde, aber David kämpfte  und David wird im Parlament vertreten sein. Erstmals werden auch authentische linke Vertreter aus Flandern im Parlament vertreten sein. Wir sagten, es würde funktionieren. Nun, wir haben Wort gehalten."

Erstmals werden auch authentische linke Vertreter aus Flandern im Parlament vertreten sein.
Peter Mertens, Vorsitzender des PVDA

Mertens betonte in seiner Rede, dass dies ein Sieg für PVDA und ihre wallonische Ausgabe PTB (Parti du Travail Belgique) sei, denn die Partei sei die einzige, die in ganz Belgien antritt. Mertens sieht in den guten Noten für seine Partei ein "Signal" der Bevölkerung "gegen längeres Arbeiten" und "gegen politische Selbstbedienung": "Die Politik ist dazu da, dem Volk zu dienen, nicht sich selbst".