Flämische Nationalisten und Rechtsextreme im belgischen Parlament stark wie nie

Auf der Grundlage des vorläufigen Wahlergebnisses sieht die neue Sitzverteilung an flämischer Seite in der Kamer des belgischen Bundesparlaments wie folgt aus: N-VA bleibt die größte flämische Partei. Der rechtsextreme Vlaams Belang verbessert sich von 3 auf 18 Plätze. Die kommunistische PVDA wird demnach mit zwei flämischen Sitze vertreten sein. 

Vlaams Belang verfünffacht ihre Sitze im belgischen Parlament. Die Grünen stellen ebenfalls eine sehr starke Fraktion: Groen (flämische Grüne, 8 Sitze, + 2) und Ecolo (französischsprachige Grüne, 13 Sitze, + 7). Insgesamt wurden 7 Kommunisten ins Parlament gewählt (PVDA, +2, PTB 7 Sitze, +5).

Alle anderen Parteien verlieren Sitze

Nach den vorläufigen Ergebnissen bleiben die flämischen Nationalisten N-VA mit 25 Sitzen (-8) die größte Partei in der Kammer. Die flämischen Christdemokraten CD&V verlieren fünf Sitze und behalten noch 13. Die frankophone Schwesterpartei CDH verliert ebenfalls 2 Sitze und hat noch 7.

Die frankophonen Sozialisten PS bleiben die größte Partei in Wallonien (18 Sitze), verlieren aber auch fünf Sitze. Die flämische Schwesterpartei SP.A. verliert vier Sitze und behält noch 9 Sitze. Auch die Liberalen verlieren. Die französischsprachige MR behält 16 Plätze (-4), die flämische Open VLD begrenzt den Verlust auf 2 Sitze und ist noch mit 12 Parlamentariern in der Kamer vertreten.

Was die politischen Familien (niederländische und französischsprachige Parteien), so bleiben die Liberalen die größte (28 Sitze). Die Sozialisten haben vorerst noch 27 Sitze. Die Grünen haben zusammen 21 Sitze und die Christdemokraten 20. 

Bisherige belgischen Koalition hat keine Mehrheit mehr

Mit diesen vorläufigen Ergebnissen scheint eine Fortsetzung der so genannten schwedischen Koalition unmöglich, auch nicht mit den frankophonen Christdemokraten CDH. De Wever schließt unterdessen die Möglichkeit einer Bundesregierung ohne flämische Mehrheit aus. „Das wollen wir nicht“, verdeutlichte er.