Polizei stoppt Gelbwesten-Demo am Brüsseler Nordbahnhof, Krawalle in der Stadt

Die Brüsseler Polizei hat am Sonntagmittag eine Demonstration von sogenannten Gelbwesten gestoppt. Einige der Demonstranten warteten von Beginn an mit gewalttätigen Aktionen auf. Insgesamt hatten sich am Sonntag einige hundert Gelbwesten in die belgische Hauptstadt aufgemacht, um anlässlich der Europawahlen hier zu demonstrieren. Eine zweite Gruppe von rund 250 Gelbwesten begab sich unterdessen in die Brüsseler Innenstadt, um dort Zerstörungen anzurichten. Die Gelbwesten-Demo war zudem nicht angemeldet.

In den vergangenen Wochen war in den sozialen Medien dazu aufgerufen worden, am Wahltag eine massive Gelbwesten-Demonstration in Brüssel zu organisieren. Ziel der Demonstranten sollte das Brüsseler EU-Viertel sein, denn an diesem 26. Mai finden bekanntlich auch die Europawahlen statt. Massiv war die Zusammenkunft der Gelbwesten, die aus verschiedenen europäischen Ländern kamen nicht.

Nur wenige hundert Demonstranten trafen sich in den Mittagsstunden am Brüsseler Nordbahnhof. Doch die Demonstration war gar nicht erst angemeldet worden und deshalb stoppte die Brüsseler Polizei die Gelbwesten, bevor sie sich aufmachen konnten, ins EU-Viertel zu ziehen.

Schon vorher hatte die Polizei einige Gelbwesten festgenommen, die im Besitz von verbotenen Waffen waren. Die Demonstranten wurden dann gegen 14 Uhr von einer Hundertschaft Polizisten in Kampfausrüstung umzingelt und in Richtung Bolivardplatz angedrängt worden. Dabei kam es zu Ausschreitungen, die die Polizisten mit Pfefferspray bekämpften.

Offenbar konnte sich eine Gruppe von bis zu 250 Gelbwesten unerkannt davon machen und zog in die Brüsseler Innenstadt. Dort wurden Zerstörungen am Stadtmobiliar gemeldet und eingeworfene Scheiben von Geschäften und anderen Gebäuden. Die Polizei verfogte diese Gruppe, doch zu Konfrontationen kam es zunächst nicht.

Im Laufe des Nachmittags aber lieferten sich Gelbwesten, darunter auch viele Franzosen, ein Katz und Maus-Spiel in der Altstadt um den Großen Markt. Auch dort wurden Zerstörungen angerichtet, Projektile auf Gebäude geworfen. Die Polizei griff härter durch und nahm mehrere Demonstranten fest. Einige von ihnen waren als Gelbwesten nicht zu erkennen, denn sie hatten ihre gelben Westen abgelegt... 

Am Nordbahnhof wurden am  Nachmittag die Gelbwesten einer nach dem anderen abgeführt. Aus der Gruppe der von der Polizei umzingelten Demonstranten fliegen regelmäßig Kracher und unter den Gelbwesten sind einige Mitglieder der sogenannten "Schwarzen Blocks", linksradikale und anarchistische Aktivisten. 

Insgesamt, so gab die Polizei am späten Nachmittag bekannt, seien rund 200 Personen festtgenommen wurden. Gegen 17 Uhr war die Lage unter Kontrolle. Doch um die Ordnung wieder herzustellen, musste die Brüsseler Polizei mehrere hundert Beamte in Kampfausrüstung einsetzen und auch berittene Polizisten kamen zum Einsatz. Am frühen Sonntagabend gab die Polizei an, rund 350 Personen zu erkennungsdienstlichen Maßnahmen mit auf diverse Wachen genommen hat. Gegen einige dieser Personen wurde ein Strafverfahren eingeleitet - unter anderem von Seiten der Bahnpolizei, doch niemand muss die Nacht in einer Zelle verbringen.

Im EU-Viertel kampieren derzeit übrigens mehrere Dutzend Aktivisten der Klimaschutzbewegung „Youth for Climate“, die damit ebenfalls im Rahmen der Europawahlen auf ihr Herzensthema aufmerksam machen wollen. u

Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved.
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