Am Tag nach der Wahl - König Philippe beginnt mit den Konsultationen

Offenbar will König Philipp mit der Regierungsbildung auf belgischer Bundesebenen keine Zeit verlieren. Schon am Montag begann er seine Gesprächsrunden mit den verschiedensten politisch Verantwortlichen. Der König empfing bereits den scheidenden Premierminister, den scheidenden Vorsitzenden der Abgeordnetenkammer und andere Spitzenpolitiker.

Am Montag begrüßte der Monarch zuerst Belgiens scheidenden Premierminister Charles Michel (MR - Foto oben) und danach nacheinander die Vorsitzenden der beiden Häuser im belgischen Bundesparlament, Siegfried Bracke (N-VA) aus der Kammer und Jacques Brotchi (MR) aus dem Senat. Am Nachmittag war dann Bart De Wever (Foto unten) an der Reihe, der Vorsitzende der stärksten Partei in Belgien, die flämischen Nationaldemokraten N-VA.

Inzwischen melden sich die verschiedensten Politiker in Bund und Ländern zu Wort, um Ansprüche anzumelden. PS-Präsident Elio Di Rupo will noch in dieser Woche mit Gesprächen zur Bildung einer neuen Regierung für das belgische Bundesland Wallonien und für die Französische Gemeinschaft beginnen. Für die Region Brüssel-Hauptstadt will Di Rupo noch abwarten, wie sich die Dinge dort entwickeln.

Und der rechtsradikale Vlaams Belang, der in Flandern sein Stimmenpotential vervierfachen konnte, meldet dortselbst Regierungsansprüche an. N-VA-Parteichef Bart De Wever zückt indessen die Karte der Konföderation für Belgien, denn seiner Ansicht nach rücken die beiden großen (Sprachen)Gemeinschaften unversöhnlich weiter auseinander - Wallonie nach links und Flandern nach rechts. Und der Wahlsieg des Vlaams Belang zeige, dass die Wähler hier flämisch-nationalistisch gewählt haben. Kritiker dieser Idee führen allerdings an, dass nicht wenige Stimmen für die Rechtsradikalen auch Proteststimmen gegen die traditionellen Parteien und deren Regierungspolitik sind. 

König Philippe und Bart De Wever