Nicolas Maeterlinck

Gelbwesten-Proteste am Wahltag - Gegen fünf Personen wurde Anklage erhoben

Die Brüsseler Polizei war am Sonntag rigoros gegen die Teilnehmer einer nicht angemeldeten Demonstration von Gelbwesten vorgegangen, die ins EU-Viertel ziehen wollten, um am Rande der Europawahlen gegen die dortige Politik zu protestieren. Zu dieser Demonstration war über die sozialen Medien aufgerufen worden. Daraus konnte die Polizei schließen, dass viele gewaltbereite Anarchisten und Linksextreme aus dem sogenannten „Schwarzen Block“ darunter waren.

Insgesamt nahm die Polizei rund um den Brüsseler Nordbahnhof und in der historischen Altstadt 449 Personen in Gewahrsam (und nicht nur 350, wie am Sonntag gemeldet wurde). Gegen fünf dieser Demonstranten erhob die Brüsseler Staatsanwaltschaft Anklage wegen des Tragens von verbotenen Waffen und/oder Widerstand gegen die Staatsgewalt und Rebellion. 

Alle verhafteten oder festgenommenen Personen wurden bis zum Montag wieder auf freien Fuß gesetzt, doch die entsprechenden Ermittlungen sind in vollem Gange.

Unter die Gelbwesten, die am Wahltag in Brüssel gegen die „Europäische Diktatur“ protestieren wollten, hatten sich viele gewaltbereite Linksextreme gemischt. Eine große Gruppe von Demonstranten war schon am Nordbahnhof von Polizisten in Kampfausrüstung umzingelt worden. Im Laufe des Tages wurden diese einzeln zwecks erkennungsdienstlichen Maßnahmen abgeführt.

Doch eine größere Gruppe konnte sich davon machen und machte Randale mit erheblicher Sachbeschädigung in Teilbereichen der Brüsseler Altstadt. Die Polizei griff auch dort mit harter Hand ein und ließ berittene Beamte Jagd auf Randalierer machen. Einige hatten dabei versucht, sich in der Nähe des Grand‘ Place in einem Uhrenladen zu verstecken, doch sie wurden entdeckt und einzeln abgeführt.