Jüdische Gemeinschaft bedauert Wahl extremer Parteien

Der rechtsextreme Vlaams Belang ist der große Gewinner der Wahlen in Belgien. Das gilt sowohl für das flämische, als auch für das föderale Parlament. In Flandern wird der Vlaams Belang nach den Regionalisten von der N-VA zweitgrößte Partei. Auch die ganz linke PVDA schaffte einen Sprung nach oben und erreicht erstmals die Wahlschwelle in Flandern. Die jüdische Gemeinschaft in Belgien bedauert die Wahl für extreme Parteien hierzulande.

Die jüdische Gemeinschaft in Belgien drückt über das Forum der jüdischen Organisationen (FJO) Ihr Bedauern über die "Entscheidung für extreme Parteien" bei den Wahlen vom Sonntag aus. "Ob links- oder rechtsextrem: Das sind schlechte Nachrichten für die Demokratie", sagte der Sprecher Daniel Werner.

Das FJO fordert die anderen Parteien allerdings nicht ausdrücklich auf, nicht mit dem Vlaams Belang oder der PVDA zusammenzuarbeiten. "Das ist nicht unsere Aufgabe, wir sind nur eine kleine Gemeinschaft in diesem Land", so Werner. "Es ist wohl wahr, dass uns eine Zusammenarbeit mit ihnen im Moment nicht wünschenswert erscheint.“

Werner wies allerdings auch noch darauf hin, dass Parteien mit der Vergangenheit brechen könnten. Er bezieht sich dabei unter anderem auf den N-VA-Vorsitzenden Bart De Wever, der sich vor einigen Jahren aus der flämischen Bewegung für die Zusammenarbeit während des Zweiten Weltkriegs entschuldigt hatte. "Bis vor einigen Jahren befand sich Herr De Wever in einem tabuisierten Klima und hat diese Umkehr geschafft", sagte Werner weiter. "Allerdings müsste im vorliegenden Fall viel getan werden, damit das auch hier passiert." Werner bestätigte, dass es für das FJO problematisch sei, dass beispielsweise die Spitze des Vlaams Belang bisher erklärt habe, dass man sich nicht für die Vergangenheit der Kollaboration (mit den Nazis, Red.!) schämte.

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