Nach dem Super-Wahlsonntag laufen die Konsultationen auf Hochtouren

Während in Ostbelgien am dritten Tag nach der Parlamentswahl schon alles gelaufen ist - die alte ist auch die neue Mehrheit - laufen die Konsultationen zur Regierungsbildung auf föderaler, flämischer, wallonischer und Brüsseler Seite auf vollen Touren. Auf belgischer Bundesebene führt König Philippe die Gespräche. Dabei gab es eine Premiere für das belgische Königreich. Der Monarch empfing auch Tom Van Grieken, den Vorsitzenden der flämischen Rechtsradikalen Vlaams Belang (Foto oben).

Inzwischen hat sich König Philippe mit allen Vorsitzenden der im belgischen Bundesparlament mit Fraktionsstatus vertretenen Parteien getroffen, inklusive dem rechtsradikalen Vlaams Belang und den linksradikalen Parteien PVDA und PTB. Alle Beteiligten hielten sich danach an den sogenannten „colloque singulier“, der besagt, dass die Inhalte dieser Gespräche nicht weitergegeben werden.

Tom Van Grieken, der Vorsitzende des Vlaams Belang, sprach lediglich von einem „angenehmen und ruhigen Gespräch“ und davon, dass er die Einladung des Monarchen als Wahlsieger für „die normalste Sache der Welt“ hält. Andere Parteivorsitzende, wie z.B. Maxime Prévot von der frankophonen Zentrumspartei CDH, sprachen von „einem Schauder“, wissend, dass ein Antiroyalist, wie der VB-Politiker Van Grieken, beim König vorstellig werden darf…

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Bart De Wever begrüßte die Parteienvertreter auf flämischer Ebene

Auch im Vorfeld der Bildung einer neuen flämischen Landesregierung laufen die Konsultationen auf vollen Touren. Bart De Wever, der Vorsitzende der stärksten Partei in Flandern – die Nationaldemokraten N-VA, fällt die Rolle zu, hier die Gespräche zu führen. Dabei wurden eingangs der Gespräche Geschenke verteilt, meist symbolische Dinge, die einen Link zur Politik, bzw. zum Gesagten im Wahlkampf hatten.

Eines kristallisierte sich dabei schon heraus. John Crombez, der Vorsitzende der flämischen Sozialdemokraten SP.A, gab gegenüber De Wever zu verstehen, dass seine Partei derzeit nicht bereit sei, Regierungsverantwortung zu übernehmen. Er bleibe weiter in der Opposition, so Crombez.

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Wallonie und Brüssel

In Wallonien fällt die Rolle des Gesprächsführers ebenfalls auf die größte Partei nach den Wahlen und das ist die sozialistische PS. Deren Vorsitzender, Ex-Premier Elio Di Rupo, begann in der wallonischen Hauptstadt Namür am Mittwoch mit den Gesprächen.

In der Region Brüssel-Hauptstadt trifft die dortige PS-Regionalvorsitzende Laurette Onkelinx (Foto unten) die Konsultationsrunden gemeinsam mit dem scheidenden Brüsseler Ministerpräsidenten Rudi Vervoort. Auch hier besprach man sich zunächst unverbindlich und eher formell, denn seit den Wahlen hat sich noch keine Parteibasis zur Verabredung der Modalitäten und Vorstellungen getroffen.

Laurette Onkelinx (rechts)