fotografie peter Hilz (C)

Nachtarbeit im Logistiksektor im Antwerpener Hafen soll die Verkehrsströme entspannen

Im Antwerpener Hafen wird bald in immer mehr Terminals auch nachts gearbeitet. Damit sollen die Lkw-Staus tagsüber verringert werden. Ab dem 3. Juni 2019 sind einige Containerterminals auch in der Nacht zu erreichen. Ziel dieser Nachtlogistik ist, die Verkehrsströme besser regeln und die Arbeitsabläufe effizienter gestalten zu können. Eines der großen logistischen Probleme des Hafens von Antwerpen sind die stetigen Verkehrsstaus in der Umgebung. 

Die Initiative, auch in der Nacht mehr Logistikmöglichkeiten anzubieten, sind das Ergebnis einer strukturellen Zusammenarbeit zwischen den verschiedensten Partnern im Hafen. Beteiligt sind die Antwerp Port Authority, Alfaport, der Wirtschaftsverband Voka, die Betreiber vieler Terminals, Vertreter des Transportsektors -  Spediteure und Verlader sowie einige Branchenverbände.

In der ersten Phase von sechs Monaten erfolgt eine genaue Analyse des Nachtbetriebs. In einer nächsten Phase sollen mit Unterstützung durch Multimodal.Vlaanderen die Logistikpartner in der gesamten Supply Chain in das Projekt einbezogen werden.

Das PSA Europa Terminal (Foto unten) und das Noordzee Terminal sind ab dem 3. Juni werktags 24 Stunden, sprich rund um die Uhr geöffnet und das MedRepair-Leercontainerdepot wird ab dann bereits um 5 Uhr in der Frühe, sprich eine Stunde früher geöffnet. Terminalbetreiber PSA will gemeinsam mit MedRepair in den Hafenanlagen am rechten Scheldeufer einen Beitrag zum Abbau der Lkw-Staus am Tage leisten. Im Deurganck-Dock am linken Scheldeufer wird eine solche Dienstleistung schon seit März 2017 angeboten und zwar an den Terminals von MPET und Antwerp Gateway.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Die Hafenanlagen an beiden Ufern der Schelde werden mit einbezogen

Die Verfügbarkeit der Nachtlogistik an beiden Ufern der Schelde erleichtert den Logistikern im Hafen die Verbindung zwischen den verschiedenen Terminals. Mit der Einbindung von Leercontainerdepots wird die Miteinbeziehung von Leercontainern in den gesamten Logistikprozess ermöglicht und erleichtert. Deshalb fordern alle Beteiligten die dort ansässigen Betreiber von Lager- und Produktionsstätten sowie die Verlader und die Spediteure bis hin ins Hinterland des Hafens dazu auf, sich an diesem Projekt zu beteiligen.

Die Initiative für die Nachtlogistik ist Teil der aktuellen Mobilitätsstrategie des Antwerpener Hafens und der flämischen Landesregierung. Vor dem Hintergrund der jetzt in Angriff genommenen Arbeiten zum Bau der sogenannten „Oosterweel-Verbindung“ zur Entspannung des Verkehrs auf der Straße, fordern die Hafenbehörden einen „mentalen Wandel" der hier aktiven Unternehmen.

Gemeinsam mit den Partnern im Hafen ergreift sie zahlreiche Initiativen zur Verbesserung von Alternativen zum Straßenverkehr, z.B. durch den Ausbau der Schienenanbindung und zur besseren Anbindung des Binnenschiff-Sektors. Die Nachtlogistik ist nur ein Teil davon, soll aber überall möglichst ausgeweitet werden, was letztendlich auch dem Arbeitsmarkt zugutekommen kann.

(Quellen: VerkehrsRundschau, Antwerp Port Authority)