Personalmangel in öffentlichen Diensten nimmt beachtliche Ausmaße an

Monate des Wartens auf neue Mitarbeiter, Hunderte von offenen Stellen: Selor, die Auswahlstelle für öffentliche Verwaltung, kommt mit der Besetzung der vielen freien Stellen in den Bundesbehörden und Institutionen nicht mehr hinterher. Das weiß die Zeitung De Standaard an diesem Montag zu berichten.

Die Zeitung nennt Beispiele aus dem AfricaMuseum in Tervuren und der Königlichen Sternwarte, aber auch aus dem Königlich Belgischen Institut für Naturwissenschaften (KBIN), dem Staatsarchiv, dem Finanzministerium und der öffentlichen Gebäudeverwaltung. Die Einstellung eines  Mitarbeiters im Naturwissenschaftsinstitut dauert beispielsweise sechs bis fünfzehn Monate. Das Finanzministerium spricht von rund tausend Stellen, die es nicht ausgefüllt bekommt, da es an Kandidaten mangele, die die Einstellungstests bestünden. Bei der öffentlichen Gebäudeverwaltung sind es zweihundert Stellen, die seit langem offen sind.

Aus dem Jahresbericht 2018 von Selor geht hervor, dass sich die Bearbeitungszeit für freie Stellen mit Ausschreibung auf 279 Tage bei der Sternwarte, auf 367 Tage beim KBIN und sogar auf 402 Tage bei den  Königlichen Museen für Kunst und Geschichte beläuft.

"Die Tatsache, dass es so lange dauert, ist zum Teil auf regulatorische Aspekte wie den Veröffentlichungszeitraum zurückzuführen", sagt Koen Verlinden, Business Unit Manager bei Selor. "Wir haben das gleiche Problem wie unsere Kunden: zu wenig Leute." Die Ursache hierfür liegt in einer Regierungsentscheidung im Jahr 2012, nach der nicht nur die Beamtenanwärter, sondern auch künftige Vertragsbedienstete, die für die Regierung arbeiten möchten, ein Auswahlverfahren von Selor durchlaufen müssen. "Das führte zu viel mehr Arbeit, aber unser Personalbestand ist nicht mitgewachsen", so Verlinden auch noch.

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