Brüssel ist ebenso attraktiv für ausländische Investoren wie Flandern

Die Region Brüssel-Hauptstadt ist für Investoren aus dem Ausland inzwischen ebenso attraktiv, wie das belgische Bundesland Flandern. Aus dem Investitionsbarometer 2018 ist ersichtlich, dass die Hauptstadt-Region inzwischen mit Flandern auf dieser Ebene in etwa gleichzieht. „Die Marke Brüssel bekommt internationale Resonanz“, heißt es dazu.

Laut dem jüngsten Investitionsbarometers der Wirtschaftsberater von EY (bisher Ernest & Young) wird der Ruf Brüssels als attraktiver Standort für Investitionen und Investoren immer besser. Bisher wurde jahrelang Flandern stets als besonders attraktiv für Investoren aus dem Ausland vorgestellt, doch im vergangenen Jahr musste das Land Federn lassen.

2018 büßte Flandern auf dieser Ebene 11 % ein und liegt gegenüber 2017 bei 40 % Investitions-Attraktivität. Die Brüsseler Hauptstadt-Region hingegen steigt um 10 % von 29 % auf jetzt 39 % und liegt damit fast gleichauf mit Flandern, wie die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ dazu meldet. Noch 2017 hatte gerade die Hauptstadt-Region hier noch Punkte eingebüßt.

Offenbar kann sich Brüssel derzeit besser verkaufen als Flandern. Bei EY ist man der Ansicht, dass das „Branding“ Brüssels für ein kräftigeres Profil sorgt. Dies zeigt sich in der Zahl der tatsächlichen Investitionen ausländischer Unternehmen in der belgischen Hauptstadt, die bei derzeit 65 % liegt. Doch noch zeigt sich dieser Wert nicht wirklich am Arbeitsmarkt. Auf jede neue Investition entfallen durchschnittlich lediglich 2 neue Jobs, so EY.

Profitiert Brüssel vom Brexit? 

In erster Linie, so beobachtete EY, richten ausländische Unternehmen derzeit vornehmlich Hauptquartiere und Sales & Marketing-Büros in Brüssel ein, wozu zunächst kein großer Personalbestand benötigt werde. EY-Mitarbeiter Christophe Ballegeer sagte gegenüber BRUZZ dazu: „Wahrscheinlich ist dieser Anstieg eine direkte Folge des Brexit. Das stellen wir auch anhand der Zahl der Investitionen von Seiten britischer Unternehmen fest.“

Ein weiterer Grund ist nach Ansicht von EY wohl auch die weiter sinkenden Unternehmensbesteuerungen durch den Tax Shift der belgischen Bundesregierung. Bei EY appelliert man an die belgische Politik, in Sachen Investitionen die Länder und Regionen enger zusammenarbeiten zu lassen.

Inzwischen zeigt sich Wallonien übrigens als interessant für ausländische Investoren. Hier bringt jede Investition deutlich mehr konkrete Jobs als anderswo in Belgien, nämlich 39 zusätzliche Arbeitsplätze pro Vorgang. 

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