Flanderns Ministerpräsident Bourgeois besuchte den Papst in Rom

Flanderns scheidender Ministerpräsident Geert Bourgeois (N-VA) war am Mittwoch zu Gast bei einer Audienz bei Papst Franziskus. Über den Inhalt des Gesprächs wurde nichts bekannt, denn dazu darf nichts an die Öffentlichkeit gelangen. Bourgeois sprach nach der Audienz aber von einem „offenen und sehr direkten Gespräch.“

Der Besuch von Flanderns scheidendem Ministerpräsidenten beim Papst in Rom war eigentlich eine Premiere, denn zum ersten Mal gewährte der Vatikan dem Regierungschef eines Teilstaates eine offizielle Audienz. Das Treffen mit Papst Franziskus war nach Ansicht von Geert Bourgeois eine direkte Folge der Eröffnung der flämischen Repräsentanz in Rom vor einigen Wochen. Dies habe, so der Noch-Ministerpräsident, zu „fruchtbaren Kontakten mit dem Vatikan geführt“.

Auf die Frage, ob die Papst-Audienz der Höhepunkt seiner Laufbahn als Ministerpräsident gewesen sei, antwortete Bourgeois: „Ich bin nicht so eitel, dies als die persönliche Krönung meiner Amtszeit zu sehen. Es war eher ein besonderer Augenblick und eine Krönung für Flandern.“

"colloque singulier"

Über den Inhalt des Gesprächs mit dem Papst konnte MP Bourgeois nichts sagen, denn hier gilt, genauso, wie bei Politikern, die eine Audienz beim belgischen König hatten, der sogenannte „colloque singulier“, eine Art besondere Schweigepflicht. Doch Bourgeois gab zu verstehen, dass sich Papst Franziskus ihm gegenüber als „sehr emphatisch“ erwiesen habe.

Geert Bourgeois überbrachte dem Heiligen Vater die „Flämische Friedensbotschaft“ und er überreichte ihm eine der 600.000 Tonfiguren aus dem Kunstprojekt von Koen Vanmechelen zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg. Nach der Papst-Audienz führte Bourgeois noch ein Gespräch mit Pietro Parolin, dem Staatssekretär des Vatikan. Parolin ist quasi der „Ministerpräsident“ des Vatikan. Auch dieses Treffen war eine Premiere, denn auch hier wurde zum ersten Mal der Regierungschef eines Teilstaats empfangen.

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