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Belgien unterstützt europäischen Supercomputer in Finnland

Die Europäische Kommission hat an diesem Freitag acht Standorte für erste europäische Supercomputer bekannt gegeben. Unter diesen Zentren für Hochleistungsrechner sind künftig Sofia (Bulgarien), Ostrau (Tschechische Republik), Kajaani(Finnland), Bologna (Italien), Bissen (Luxemburg), Minho (Portugal), Maribor (Slowenien) und Barcelona (Spanien). Belgien unterstützt den europäischen Supercomputer mit Sitz in Finnland.

Der Supercomputer in Kajaani (Finnland) wird von Belgien im Rahmen eines Konsortiums von neun Ländern mit 15,5 Mio. € kofinanziert. Diese Maschine werde etwa zehnmal leistungsfähiger sein als der leistungsfähigste Supercomputer, der derzeit in Europa verfügbar sei, heißt es von Seiten  des Wissenschaftsministeriums (BELSPO) in einer Erklärung.

„Hochleistungsrechner haben breit gefächerte Anwendungsbereiche. So können sie beispielsweise Prognosen zur Entwicklung örtlicher und regionaler Wettermuster liefern und Vorhersagen zu Größe und Verbreitungswegen von Stürmen und Überschwemmungen treffen, so dass Frühwarnsysteme für extreme Wetterereignisse aktiviert werden können. Ebenso kommen sie bei der Entwicklung neuer Arzneimittel zum Einsatz, um komplexe physikalische Gleichungen zu lösen, mit denen die molekularen Prozesse und Wechselwirkungen eines neuen Wirkstoffes mit dem menschlichen Gewebe modelliert werden“, heißt es hierzu in einer Mitteilung der Europäischen Kommission.

„Auch in der Luftfahrt- und Automobilindustrie wird das Hochleistungsrechnen genutzt, um komplexe Simulationen durchzuführen und einzelne Bauteile sowie ganze Flugzeuge und Kraftfahrzeuge zu testen. Darüber hinaus sind Supercomputer für Großsimulationen und für die Auswertung großer Datenmengen unverzichtbar. Sie stellen daher eine äußerst wichtige Komponente bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz dar und fördern Europas Stärken auf Gebieten wie Cybersicherheit und Blockchain.“

„So werden sie in der Lage sein, ihre Daten innerhalb der EU zu verarbeiten und nicht außerhalb“, wird der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident, Andrus Ansip, in der Mitteilung zitiert.

Die mächtigsten dieser Hochleistungsrechner, die so genannten Vor-Exa-Supercomputer, können 150 Billiarden Berechnungen pro Sekunde durchführen.

Das Konsortium, an dem Belgien beteiligt ist (LUMI, für Large Unified Modern Infrastructure), umfasst Finnland und auch die Tschechische Republik, Dänemark, Norwegen, Polen, Schweden und die Schweiz. Mit Estland und den Niederlanden laufen derzeit Gespräche.

"Das CSC-Rechenzentrum in Kajaani verfügt über eine reiche Versorgung mit kostengünstiger, umweltfreundlicher Wasserkraft", heißt es noch bei BELSPO. Der dort zu installierende Supercomputer wird insgesamt 207,11 Millionen Euro kosten. Die Hälfte wird von der Europäischen Union und die andere Hälfte von den Staaten des Konsortiums finanziert. Im Falle Belgiens beteiligen sich die drei Regionen zusammen mit der föderalen Regierung an der Finanzierung. Die Inbetriebnahme der Maschine ist für Ende 2020 geplant.