Belgier kochen immer weniger selber, essen aber immer häufiger zu Hause

Zwei Drittel der Lebensmittel kaufen Belgier, um sie unterwegs zu essen oder zu Hause aufzuwärmen und noch am selben Tag zu verzehren. Das geht aus einer Umfrage von Comeos bei 2.100 Bürgern hervor. Mehrere Zeitungen hierzulande berichten an diesem Freitag darüber.

Der Lebensmittelmarkt in Belgien umfasst 34,5 Milliarden Euro pro Jahr, weiß Dominique Michel, CEO von Comeos, dem belgischen Verband für Handel und Dienstleistungen. "Nicht weniger als 24 Milliarden Euro werden für ‘Convenience‘ ausgegeben. Das sind Lebensmittel, die wir sofort essen - eine Mahlzeit in einem Restaurant, ein Sandwich auf der Straße oder in einer Snackbar -, Fertiggerichte oder Lebensmittel, die wir noch am selben Abend zu Hause zubereiten.“

Darüber hinaus haben die Belgier im vergangenen Jahr Lebensmittel im Wert von 795 Millionen Euro bei Mahlzeitenlieferdiensten wie Deliveroo und Takeaway.com bestellt. Hinzu kommen 88,6 Millionen Euro für Mahlzeitboxen. "Es handelt sich um einen kleinen Teil des Marktes, aber der ist wichtig, wenn man bedenkt, dass es ihn vor einigen Jahren noch gar nicht gab", betont Michel auch noch.

Die Convenience-Zielgruppe ist urban und single

Es ist schwierig, den typischen Kunden der Fertiggerichte (darunter fallen übrigens auch angerichtete Salate) zu benennen. Die Studie von Comeos weist jedoch auf einige starke Trends hin. Diejenigen, die die Gerichte vor allem nutzen, sind urban. Die Einwohner von Brüssel und Flandern sind größere Verbraucher als die Wallonen. "Weil das Angebot niedriger ist, aber vielleicht auch, weil die Stadtbewohner weniger Platz für ihre Einkäufe haben, weniger Autos....“

Sie kauften auch nicht nur einmal in der Woche ein. Was das Alter betrifft, so ist es vor allem die Altersgruppe der 35- bis 54-Jährigen, die den Komfort nutzt und 40% der Ausgaben ausmacht. Die über 55-Jährigen machen 31,5 % der Ausgaben aus, während die unter 34-Jährigen 29 % ausmachen.

Außerdem geht aus der Studie hervor, dass die Tendenz, Fertiggerichte zu sich zu nehmen und nicht ausgiebig zu kochen, bei Singles und in höheren sozialen Schichten steigend ist.

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