Yorick Jansens

Belgien hat am europäischen Drogenmarkt eine Spitzenstellung

Der wachsende Drogenmarkt in der Europäischen Union ist besorgniserregend. Belgien spielt dabei eine eher unrühmliche Rolle, denn Kokain wird massiv über den Hafen von Antwerpen eingeführt und die Provinz Limburg gilt als eines der zentralen Labors für die Produktion für synthetische Drogen. Laut dem EU-Drogenwachhund EMCDDA wurden 2017 alleine in Belgien 45 Tonnen Kokain beschlagnahmt.

Die Wege, die Drogen, wie Kokain nehmen, um auf den europäischen Markt zu gelangen, ändern sich ständig. Noch vor rund 10 Jahren kam das meiste Kokain aus Südamerika über Spanien nach Europa. Heute ist der Hafen von Antwerpen das Eingangstor für Koks in der EU. Dass alleine 2017 45 Tonnen Kokain in diesem Hafen beschlagnahmt werden konnten, liegt in erster Linie an der guten Arbeit der belgischen Polizei, so die Ansicht der Europäischen Drogenagentur.

Warum ist aber gerade der Hafen von Antwerpen so wichtig für die Einfuhr von Kokain nach Europa? Ganz einfach. In Antwerpen werden enorm viele Waren und Güter sowie Container noch traditionell per Hand geladen oder gelöscht, während das einstige Drogen-Exporttor Rotterdam auf Automatisierung gesetzt hat. Die Tatsache, dass viele Arbeiter im Antwerpener Hafen arbeiten, sorgt dafür, dass auch viele Personen käuflich sind und der Drogenmaffia zur Hand gehen, um z.B. Kokainladungen aus Containern zu holen.

Das meiste Kokain gelangt via Antwerpen in ganz Europa, doch auch in Belgien werden viele Drogen konsumiert. Das liegt auch daran, dass Drogen, wie Koks, hier massiv am Markt sind und deshalb vergleichsweise billig angeboten werden. 

Synthetische Drogen

Produktion, Handel und Markt für synthetische Drogen, wie bestimmte Amphetamine, XTC oder andere chemische Produkte, beschränkt bzw. konzentriert sich im Wesentlichen auf Belgien und die Niederlande. Hier fallen besonders die beiden gleichnamigen Provinzen Limburg auf beiden Seiten der Landesgrenzen auf.

Die EU-Drogenagentur EMCDDA berichtet, dass alleine 2018 in den Niederlanden 18 Drogenlabore ausgehoben wurden. Im Jahr davor waren es noch 11 Labore. Und die flämische Provinz Limburg wird nicht selten dazu gebraucht, die extrem giftigen Abfälle der Produktion von chemischen und synthetischen Drogen loszuwerden. In den vergangenen Monaten wurden beispielsweise dutzende Male Fässer mit solchen giftigen Abfällen entdeckt, die einfach in der Natur abgeladen wurden. Hier mussten sich stets Feuerwehren und der Zivilschutz um den Abtransport kümmern (Foto unten).

In Belgien und in den Niederlanden findet sich offenbar ausreichend Expertise und Können, um kostengünstig chemische Drogen herzustellen. Die Produktion einer MDMA-Pille kostet hierzulande offenbar weniger als 50 Eurocent. Der Straßenverkaufswert liegt in Belgien und in den Niederlanden bei rund 5 €. In Australien aber bringt eine solche MDMA-Pille schon mindestens 20 €. Und der Handel mit solchen Drogen verläuft z.B. hierzulande per Internet. Da werden Lieferungen kundengerecht nach Hause geliefert und zwar mit ähnlichen Systemen, wie „Uber Eats“, „Lieferando“…