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Bierbrauende Pater in Rochefort: Weiterer Rückschlag vor Gericht

Die Pater der Abtei Notre-Dame de Saint-Rémi in Rochefort (Provinz Namür) haben in ihrem Kampf gegen den Ausbau der Kalkanfuhr des Unternehmens Lhoist-Gruppe in unmittelbarer Nähe der Quelle, aus der sie ihr Wasser zum Brauen ihrer Abteibiere holen, eine juristische Schlappe erleiden müssen. Ihr Versuch, eine Genehmigung für Probebohrungen von Lhoist per einstweiliger Verfügung untersagen zu lassen, scheiterte vor Gericht. 

Konkret geht es um Probebohrungen von Lhoist zur Kalksteinförderung im Tridaine-Felsen in Rochefort. Dabei soll getestet werden, ob sich zu diesem Zweck Grundwasser fördern lassen kann. Doch diese Bohrungen verlaufen quasi durch den Weg, den das Wasser der Tridaine-Quelle in Richtung Abtei nimmt. Überdies wird diese Quelle von dem betroffenen Grundwassersee aus versorgt. 

Die Pater von Rochefort befürchten nicht erst seit gestern, dass die Bohrungen und der Kalksteinabbau von Lhoist die Qualität ihres Brauwassers beeinträchtigen kann und wird. Doch der Versuch, eine einstweilige Verfügung gegen die von der wallonischen Regionalregierung erteilten Genehmigung von Probebohrungen zu erreichen, scheiterte.

Das erstinstanzliche Gericht von Marche-en-Famenne war in der vergangenen Woche der Ansicht, dass durch diese Probebohrungen „kein ernsthafter oder möglicher Schaden für die Abtei angerichtet wird.“ Dabei beriefen sich die Richter auf die Vorschriften der Regionalregierung, an die sich die Lhoist-Gruppe zu halten habe. Die Probebohrungen und die entsprechenden Pumptests seien „zeitlich beschränkt“ und würden keine unumkehrbare Folgen für die Tridaine-Quelle und die Brauaktivitäten der Pater von Rochefort mit sich bringen.

Lhoist will die Kalksteingrube am Tridaine-Felsen in Rochefort bis 2024 zur Kalkförderung nutzen. Die entsetzten Pater der Abtei scheiterten mit ihrem Ansinnen juristisch bereits am erstinstanzlichen Gericht von Namür und beim belgischen Staatsrat. 

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