Neues Abenteuer von "Blake & Mortimer" spielt in Brüssel

Die beiden Comic-Helden „Blake & Mortimer“ sind wieder auferstanden. Ein kurioses Quartett aus verschiedenen Künstlern brachte jetzt das in Brüssel spielende Album „Der letzte Pharao“ heraus. Parallel zu diesem Comicalbum findet im „Maison Autrique“ im Stadtteil Schaarbeek eine Ausstellung mit Originalzeichnungen statt. Und eine Tram der Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB bietet „Blake & Mortimer“ eine ganz besondere Hommage (Foto).

Die ersten Geschichten von „Blake & Mortimer“ erschienen 1946 in der belgischen Comiczeitschrift „Tintin/Kuifje“. Zeichner und Autor war damals Edgar P. Jacobs, der Hergé bei der Erstellung von „Tim & Struppi“-Büchern half. Das wohl berühmteste Album von „Blake & Mortimer“ ist wohl „Das gelbe M“ (1952-1953). Nach dem Tode von Jacobs lief die Reihe mit anderen Zeichnern und Szenaristen bis etwa 1971 weiter.

Jetzt ist nach all den Jahren ein neues „Blake & Mortimer“-Album erschienen. Entstanden ist "Der letzte Pharao“ in Zusammenarbeit mit dem Zeichner François Schuiten (u.a. auch Kurator des belgischen Eisenbahnmuseums „Trainworld“ am Bahnhof von Schaarbeek und Co-Architekt der Pariser Metrostation „Arts et Métiers“), dem Coloristen und Filmplakat-Grafiker Laurent Durieux sowie dem Schriftsteller Thomas Gunzig („Der kleinste Zoo der Welt“, „Tod eines Zweisprachigen“) und dem Filmregisseur Jaco Van Dormael („Toto der Held“, „Am achten Tag“) als Autoren.

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Foto: Andreas Kockartz

Vier Jahre Arbeit

Die Idee zu diesem Album ging von François Schuiten aus, dem der Herausgeber der „Edition Blake & Mortimer“, Yves Schlirf, einige Notizen zu dieser Geschichte von „Blake & Mortimer“-Schöpfer Edgar P. Jacobs lesen ließ. Gemeinsam mit seinen drei Mitstreitern hat Schuiten rund vier Jahre lang an „Der letzte Pharao“ gearbeitet. François Schuiten, der u.a. mit „Brüsel“ und „Die geheimnisvollen Städte“ (mit dem Szenaristen Benoît Peeters) und anderen Zukunftsvisionen im Comicbereich bekannt geworden ist, gab zu verstehen, dass „Der letzte Pharao“ sein letztes Album sei.

Die Geschichte von „Der letzte Pharao“ ist in etwa ebenso verworren, wie spannend und ergreifend wie die anderen „Blake & Mortimer“-Alben aus der Vergangenheit. Die beiden Helden sind inzwischen gealtert, kommen nicht mehr besonders gut miteinander aus und sehen sich mit einer Welt konfrontiert, die ihre Grenzen durch den Fortschritt erreicht hat. Das Autorenquartett ist sich der Tatsache durchaus bewusst, dass sie mit diesem neuen Album bestimmt einige „Blake & Mortimer“-Fans vor den Kopf stoßen werden, doch dies ist wohl das Los von Künstlern, denn man kann es mit seiner eigenen Kreativität und Interpretation einfach nicht jedem rechtmachen…

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Foto: Andreas Kockartz

Ausstellung in passendem Rahmen

Wer jetzt neugierig geworden ist und als Fan mehr wissen, erfahren und entdecken will, als „Der letzte Pharao“ als Album bieten kann, dem sei eine Ausstellung im „Maison Autrique“ im Brüsseler Stadtteil Schaarbeek empfohlen. Dieses erste markante Gebäude des Art Nouveau- und Jugendstil-Architekten Victor Horta aus dem Jahr 1893 ist wohl der passendste Rahmen, um Originalzeichnungen aus dem Werk zu präsentieren. Dieses „Idealhaus“ ist nach einer umfangreichen und international prämierten Restaurierung zu einer Art „imaginären Künstlerwohnung“ umgestaltet worden und zwar von niemand geringeren als dem Comic-Duo François Schuiten und Benoît Peeters.

Info: „Blake & Mortimer“ - „Der letzte Pharao“ von François Schuiten, Jaco Van Dormael, Thomas Gunzig und Laurent Durieux, Carlsen Verlag, ISBN  978-3-551-74085-4, erscheint in deutscher Sprache Ende Oktober 2019.

„Maison Autrique“, Haachtse Steenweg/Chaussée de Haecht 266, 1030 Brüssel-Schaarbeek. Die Ausstellung „Der letzte Pharao“ läuft noch bis zum 19. Januar 2020. www.autrique.be

Foto: Andreas Kockartz
Foto: Andreas Kockartz

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