Jonas Roosens

Rotes Kreuz: "Transgender dürfen kein Blut oder Plasma mehr spenden"

Das Rote Kreuz in Flandern möchte nicht mehr, dass Transgender Blut oder Plasma spenden. Nach Ansicht der Verantwortlichen beim Roten Kreuz liegen zu wenig wissenschaftliche Erkenntnisse darüber vor, welche biologischen Parameter sich bei Geschlechtsumwandlungen entwickeln können. Das Rote Kreuz sorgt sich dabei sowohl um die Gesundheit der Patienten, die Spenderblut oder -plasma benötigen, als auch um die der betroffenen Spender selbst.

Wer Blut oder Plasma in unserem Land spenden möchte, der muss einen Fragenkatalog ausfüllen, der Fragen z.B. zum Alter, zum Gewicht, zur Krankheitsgeschichte und ähnliches enthält. Seit April dieses Jahres ist dieser Fragenkatalog erweitert worden. Jetzt muss auch die Frage beantwortet werden, ob man sein Geschlecht verändert hat. Wenn ja, dann wird der Antrag auf Blut- oder Plasmaspende vom Roten Kreuz in Flandern abgelehnt.

Marjolein Van daele, die Sprecherin des flämischen Roten Kreuzes, sagte dazu: „Wir wissen nicht wirklich gut, wie Transgender biologisch und physisch dastehen. Besonders bei Betroffenen, die gerade dabei sind, ihr Geschlecht umwandeln zu lassen, wissen wir nicht, wie wir die biologischen Parameter interpretieren sollen.“ 

Wenn sich nach weiteren Forschungen erweist, dass Transgender keine Risikogruppe bilden, dann kann diese Maßnahme gestrichen werden.“

Marjolein Van daele, Sprecherin des Roten Kreuzes Flandern

Das Rote Kreuz lässt dazu wissen, dass es sich bei der derzeitigen Haltung um eine rein provisorische Sicherheitsmaßnahme handelt: „Wir müssen zuerst dies mit Sicherheit wissen, bevor wir darüber urteilen können, ob diese Maßnahme beibehalten bleibt oder nicht. Wenn sich nach weiteren Forschungen erweist, dass Transgender keine Risikogruppe bilden, dann kann diese Maßnahme gestrichen werden.“

Dass Transgender möglicherweise eine Risikogruppe für HIV-Ansteckungen sind, ist einer der potentiellen Gründe, die das Rote Kreuz Flandern für die derzeitige Haltung anführt. Die Hilfsorganisation arbeitet in dieser Frage eng mit dem „Infopunkt Transgender“ zusammen, um mögliche Risiken zu analysieren.