Stürmischer Wind sorgt seit Freitagnacht auch in Belgien für Sachschäden

Die stürmischen Windböen, die seit der vergangenen Nacht über ganz Belgien hinwegziehen, haben bisher lediglich für Sachschäden gesorgt und für Probleme durch abgebrochene Äste und umgewehte Bäume. Dies konnten die Verkehrsteilnehmer u.a. auf Straßen, Schienen und auch auf Radwegen feststellen.

Das Königliche Wetteramt KMI in Ukkel bei Brüssel hatte für die vergangene Nacht Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h vorhergesagt und deshalb den Wettercode „Gelb“ erlassen. Zudem wurde die Notrufnummer 1722 für nicht-dringende Vorfälle aktiviert. Viele Notrufe gab es nicht und der Sturm war trotz seiner anhaltenden Dauer nicht so stark, wie in den vergangenen Tagen.

Und doch sorgte er für einige Probleme. Gegen 1 Uhr in der Nacht stürzte ein umgewehter Baum in Melle (Prov. Ostflandern) auf die Oberleitung der Bahnstrecke zwischen Brüssel und Ostende, wodurch ein nahender Zug etwa 2 Stunden lang aufgehalten wurde.

Auch auf der Bahnstrecke zwischen Lüttich und Löwen kam es zwischen Waremme (Prov. Lüttich) und Landen (Prov. Flämisch-Brabant) zu einer Stromunterbrechung, als ein Baum auf Oberleitung und Gleise umstürzte. Das gleiche geschah auch zwischen Löwen und Haacht (ebenfalls Flämisch-Brabant). Nicht nur Bäume gerieten auf die Schienen, sondern vereinzelt auch Baustellenschilder und Absperrgitter.

Autobahn gesperrt und Musikfestival unterbrochen

Überall im Land wurden Baustellenschilder oder provisorische Verkehrsschilder umgeweht. Auch an Baustellen selbst flogen Gegenstände durch die Luft und sorgten für weitere Schäden. Zeitweise musste auch die ohnehin geplagte Autobahn E314 in Limburg völlig gesperrt werden. Zwischen Genk und Maasmechelen stürzen ebenfalls Bäume um und versperrten den Autos den Weg.

In Olen in der Provinz Antwerpen wurde aufgrund des heftigen Windes kurz vor Mitternacht das Openair-Festival „Gladiolen“ abgebrochen. Die Veranstalter verlegten das danach geplante Konzert der flämischen Rockband Triggerfinger aus Sicherheitsgründen auf den Samstag.

Dass der stürmische Wind auch am Samstag noch anhielt, zeigt ein weiterer Vorfall. In Tienen in Flämisch-Brabant stürzte am späten Vormittag ein Baugerüst in der Innenstadt ein (Foto oben). Dabei wurde glücklicherweise niemand verlezt. Teile des Gerüstes kippten in der schmalen Straße auf die Fassade gegenüber und richteten dort Schäden an. In einigen Wohnungen zerbrachen die Fensterscheiben. Weiter wurden zwei Autos beschädigt, die in unmittelbarer Nähe geparkt waren. 

In Brüssel musste die Feuerwehr ebenfalls am Samstag mehrmals ausrücken. Auch dort galt es, Dächer und Gerüste zu sichern, umgeknickte Äste und Bäume zu entfernen und vieles mehr. Hier kam es auch zu einigen heftigen Regengüssen, die lokal für kleine Überflutungen sorgten.     

Das KMI geht davon aus, dass der aus Südwesten kommende stürmische Wind noch bis in den späten Samstagnachmittag hinein anhalten wird. Dabei sind Windgeschwindigkeiten örtlich von bis zu 90 km/h möglich. Die Höchsttemperaturen liegen dabei belgienweit zwischen 14 und 19°C.

VRT
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