Belgien holt Kinder von IS-Kämpfern zurück

Bundesaußenminister Didier Reynders (MR) bestätigte am Mittwochabend Meldungen kurdischer Medien, dass unser Land Kinder von belgischen IS-Kämpfern aus Flüchtlingslagern ins Land bringen will. Belgische Diplomaten trafen sich zu entsprechenden Verhandlungen mit Vertretern der kurdischen Verwaltung im Norden von Syrien. Sechs Kinder und Jugendliche sind nach medizinischen Untersuchungen auf dem Weg nach Belgien.

Die kurdische Nachrichtenagentur NPA hatte am Dienstag gemeldet, dass sich Belgien und die kurdische Verwaltung in Nord-Syrien auf einen Deal geeinigt haben, mit dem Kinder von IS-Kämpfern aus Flüchtlingslagern in die frühere Heimat ihrer Väter gebracht werden sollen.

Am frühen Mittwochabend bestätigte Belgiens scheidender Außenminister Didier Reynders ein entsprechendes Abkommen, dass Diplomaten aus unserem Land mit Vertretern der kurdischen Verwaltung im Norden von Syrien geschlossen haben. Die belgischen Diplomaten bringen schon jetzt eine erste Gruppe von Waisenkindern bei ihrer Abreise mit nach Belgien zurück.

Außenminister Reynders sagte dazu, dass weitere Kinder in den kommenden Tagen oder Wochen aus dem kurdischen Norden von Syrien in den Irak gebracht werden, von wo aus sie mit Flugzeugen der belgischen Luftwaffe nach Belgien ausgeflogen werden sollen. Zunächst soll es sich dabei um 6 Kinder handeln. Unklar bleibt aber, ob sich diese Kinder tatsächlich ohne Eltern in nordsyrischen Flüchtlingslagern aufhalten. 

Das sind sechs Waisenkinder. Sie sind für die unverzeihlichen Fehler ihrer Eltern nicht verantwortlich. Falls aber die juristische Konsequenz ist, dass bei solchen Repatriierungen Mütter und Väter zurückkommen, mache ich nicht mehr mit.“

Entwicklungshilfeminister Alexander De Croo (Open VLD)

Zwei weitere Kinder wurden bereits von den Niederlanden repatriiert, denn sie sind die Kinder eines aus der belgischen Provinz Limburg stammenden gefallenen IS-Kämpfers und dessen niederländischer Frau. Auch weitere Kinder sind bekannt. Dies sind die Kinder eines Brüsseler IS-Kämpfers und dessen aus Laos stammender Frau, wie einige belgische Medien dazu meldeten. Beide Elternteile kamen bei Kämpfen oder Bombardements in Syrien ums Leben.

Mit einigen Kindern haben die belgischen Behörden laut den flämischen Tageszeitungen De Morgen und Het Laatste Nieuws allerdings ein Problem, denn sie sind 10, 14 und 18 Jahre alt. Die entsprechende Regelung zur Repatriierung durch die belgische Bundesregierung sieht vor, dass lediglich Kinder unter 10 Jahren in Anmerkung für eine Rückführung kommen sollen. Die 18-Jährige ist eine junge schwer traumatisierte Frau, die mit 13 Jahren von ihrel radikal-islamistischen Vater entführt wurde, um in Syrien einen IS-Dschihadisten zu heiraten. Doch alle sechs Kinder werden nach Belgien gebracht. 

Belgiens scheidender Entwicklungshilfeminister Alexander De Croo (Open VLD) sagte dazu am Donnerstagmorgen gegenüber VRT NWS: „Das sind sechs Waisenkinder. Sie sind für die unverzeihlichen Fehler ihrer Eltern nicht verantwortlich. Falls aber die juristische Konsequenz ist, dass bei solchen Repatriierungen Mütter und Väter zurückkommen, mache ich nicht mehr mit.“ Insgesamt soll es sich bei den Rückführungen um bis zu 20 Kinder handeln.

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