Steuer auf Werbeprospekte? Löwen will gegen den Papierberg vorgehen

Die flämische Universitätsstadt Löwen verlangt bald eine Steuer auf die Verteilung von nichtadressierter Post, bzw. von Reklameblättern. Damit will die Stadt in Flämisch-Brabant zum einen den Werbesektor an den Kosten für die Abfallbeseitigung beteiligen und zum anderen diesen Sektor aber auch dazu ermutigen, über die Art und Form der Werbung auf Papier nachzudenken.

Ein Großteil des Altpapiers, dass in Brüssel eingesammelt wird, besteht aus Werbeflyern, Prospekten und anderen Reklameblättern. 2018 holten die Löwener Müllmänner rund 58 kg Altpapier pro Einwohner der Stadt ab und sortierten dies anschließend nach Papier und Karton. Gerade dies ist für die Stadtarbeiter von Löwen eine besonders schwere Arbeit.

Mit einer Abgabe auf nicht adressiertes Werbematerial aus Papier will Löwen sowohl den Papierberg abbauen, als auch die aufwändige Altpapiersammlung mit anschließender Papier-Karton-Trennung leichter machen. „Viele Prospekte landen ungelesen im Altpapier. Das ist schade um das Papier und sorgt dafür, dass der Abfallberg unnötig groß ist.“, sagte Löwens grüner Schöffe für Abfallbeseitigung, Thomas Van Oppens.

Bisher sorgt der Werbesektor für Papiermüll, ohne sich jedoch an den Kosten für die Abfallentsorgung zu beteiligen. Das ändern wir mit unserer Steuer.“

Thomas Van Oppens, Schöffe für u.a. Abfallbeseitigung in Löwen

„Bisher sorgt der Werbesektor für Papiermüll, ohne sich jedoch an den Kosten für die Abfallentsorgung zu beteiligen. Das ändern wir mit unserer Steuer, um damit einen Teil dieser Kosten wieder zurückzubekommen. Überdies spornen wir den Werbesektor dazu an, bewusster mit der Zahl der Werbeblätter, die er verbreitet, umzugehen.“, so Van Oppens weiter.

Die Höhe dieser Abgabe hängt vom Gewicht und von der zu v erbreitenden Zahl der Werbeblätter ab und wird die Bürger der Stadt Löwen nicht belasten. Löwen will mit dieser Maßnahme noch im laufenden Jahr 2019 rund 200.000 € auf diesem Weg generieren.

Überdies, so der zuständige Schöffe, werde darüber nachgedacht, wie man nicht erwünschter Werbung im Briefkasten umgehen könnte: „Heute müssen die Leute einen Sticker auf ihren Briefkasten kleben, um keine Werbung zu bekommen. Wir wollen dies andersherum machen. Jeder Löwener Briefkasten wird reklamefrei, es sei denn, die jeweiligen Bewohner geben darauf an, dass sie Werbeprospekte haben wollen.“

Weitere Nachrichten