König spricht über seine Schulprobleme von früher und das Schulsystem in Belgien

"In meiner Jugend hatte ich viele Probleme in der Schule, es war nicht einfach für mich": Mit diesen klaren Worten sprach König Philippe über seine schwierige Schulzeit. Das schreibt Het Nieuwsblad an diesem Freitag. Der König hat das Anfang dieser Woche anläßlich seines Besuchs bei "Out of the box", einer Brüsseler Initiative für Schulabbrecher, gesagt. Es ist nicht das erste Mal, dass der König der Belgier bei offiziellen Besuchen über seine Jugend spricht, aber es ist außergewöhnlich, dass er seine eigenen Lernprobleme so klar und eindeutig erwähnt.

„Als ich ein Kind war, hatte ich in der Schule viele Probleme. Ich fühlte mich schlecht behandelt. Es war nicht einfach für mich", so der König. König Philippe machte diese Äußerung während eines Besuchs bei "Out of the box". Bei dieser Brüsseler Organisation werden Jugendliche, die die Schule vorzeitig, also ohne Abschluss, verlassen, vorübergehend betreut, bevor sie ihre schulische Laufbahn wieder aufnehmen oder ihr Diplom über einen Examensausschuss erzielen.

Belgiens König sagte auch, dass es für ihn schwierig gewesen sei, mit dem Tempo in der Schule Schritt zu halten. Und er kritisierte das Bildungssystem hierzulande, das nicht auf Kinder ausgerichtet sei, die nicht sofort im Unterricht mitkämen. "Es gibt verschiedene Formen der Intelligenz, doch das Schulsystem scheint für nur einen Typ gemacht zu sein. Einige Kinder sind für diesen Ansatz jedoch erst in einem späteren Alter bereit. Ich glaube, das war mein Problem", sagte der König.

König Philippe hat schon öfter Interesse am Thema Schule und Lernen gezeigt und sich dazu auch schon geäußert. So gab er einst im Radio den Tipp, niemals aufzugeben. Doch dieses Mal war es das erste Mal, dass er ganz frei über seine eigenen Schwierigkeiten in der Schule sprach.

Auch verfolgt er die Studien seiner Kinder aufmerksam. Beim "Marathon"-Radio sagte er einst, dass er seinen Kindern helfe, indem er sie abfrage. Philipps jüngster Sohn, Prinz Emmanuel, besucht seit 2012 die Eureka-Schule in Kessel-Lo, die sich um Kinder mit Lernbehinderungen kümmert. Das Ziel ist, den Schülern nach einem intensiven Begleitprogramm die Rückkehr zum regulären Unterrichtswesen zu ermöglichen. Die älteste Tochter des belgischen Königspaares, Kronprinzessin Elisabeth, ist derzeit am Atlantic College in Wales. Dort lernt sie seit zwei Jahren in aller Ruhe und unter absoluter Berücksichtigung ihrer Privatsphäre.

Außerdem zeigt der König auch großes Interesse für andere Formen des Lernens und Arbeitens. So ist er Befürworter der dualen Ausbildung, der Lehre, bei dem der Lehrling in einem Betrieb arbeitet und an bestimmten Tagen in der Woche die Schulbank drückt. Dieses System hat er sich u.a. in Deutschland und in der Schweiz zeigen lassen.