Francken: "Die Rückführung von Kindern aus Syrien ist eine Werbekampagne für Reynders' Kandidatur"

Der flämische Nationalist Theo Francken (N-VA, Foto) findet, die Repatriierung 6 belgischer Kinder von IS-Kämpfern aus Syrien bezwecke hauptsächlich "internationale Punkte zu sammeln" für die Kandidatur des liberalen Außenministers Didier Reynders (MR). Das erklärte Francken  in der VRT-Sonntagstalkshow "De zevende dag" (dt.: ‚Der siebte Tag‘). Didier Reynders kandidiert für das Amt des Generalsekretärs des Europarates. Diese Entscheidung fällt Ende Juni.

Theo Francken  kritisierte erneut die Rückkehr der Kinder belgischer Dschihadisten. Er befürchtet, dass, falls es noch Eltern gebe, diese versuchen werden, ihre Rückkehr nach Belgien durch Familienzusammenführung zu erzwingen:  "Das ist ein großes rechtliches Risiko." Theo Francken fordert daher äußerste Vorsicht.

Werbekampagne?

Francken, vor dem Sturz der letzten belgischen Regierung Staatssekretär für Asyl und Migration, kritisiert auch den Zeitpunkt der jüngsten Repatriierungs-Operation, bei der sechs belgische Kinder aus einem Gefangenenlager in Syrien nach Belgien geflogen wurden. 

"Dies geschieht nur 3 Wochen nach den Wahlen. Warum wurde damit bis jetzt gewartet? Dies geschieht genau jetzt vor einer wichtigen Abstimmung.  Didier Reynders will Generalsekretär des Europarates werden, eine Position, die am 1. Oktober nächsten Jahres vakant wird (die Abstimmung findet vom 24. bis 28. Juni statt, Anm. d. Red.). Auf internationaler Ebene will er mit der Aktion gute Punkte erzielen“, so der N-VA-Politiker.

Theo Francken hält sogar die Art der Kommunikation für gefährlich. "Als Staatssekretär habe ich Tausende von Syrern gerettet, aber ich habe nie mit den Medien darüber gesprochen, bis die Operation beendet war. Es ist nicht nur für diese Menschen gefährlich, sondern auch für unsere Soldaten, die ihr Leben riskieren.“

"Ich bin daher sehr enttäuscht darüber, wie die belgische Regierung dieses Thema als Werbekampagne zur Kandidatur von Reynders angegangen ist. Es ist ganz einfach gefährlich, es ist sehr riskant und sie haben einen sehr großen Fehler gemacht."