Flandern: Einzelhandelsverband geht gegen Wegwerfplastik vor

Comeos, der Dachverband für Einzelhandel und Dienstleistung im belgischen Bundesland Flandern, hat ein Szenario für das Abschaffen von Einwegplastik vorgelegt. Ab Dezember 2019 soll Einwegplastik nach und nach aus Geschäften, Supermärkten und der Gastronomie verbannt werden.

Ab Dezember 2019 wird man in den Obst- und Gemüseabteilungen der flämischen Kaufhäuser und Lebensmittelgeschäfte keine Plastikbeutel für einmalige Nutzung mehr finden und ab Anfang 2020 dürfen auf Obst und Gemüse nur noch biologisch abbaubare Aufkleber aufgeklebt werden. Im Laufe des kommenden Jahren verschwinden in Flandern auch Trinkbecher aus Plastik zum einmaligen Gebrauch aus der Gastronomie.

Ab Sommer 2021 ist die Nutzung von Bechern, Tellern, Besteck, Strohhalmen aus Plastik und Bechern aus Schaumstoff für warme Getränke in der Gastronomie verboten. Und ab Ende 2022 dürfen keine Plastikfolien mehr als Verpackung für Werbesendungen bzw. Werbeprospekte verwendet werden.

Alle hier aufgezählten Wegwerfprodukte für den einmaligen Gebrauch sollen auf Dauer durch biologisch abbaubare, kompostierbare oder der Wiederverwendung zuführbare Materialien ersetzt werden. Bisher flogen pro Jahr alleine in den flämischen Supermärkten rund 600 Millionen Plastikbeutel in den Obst- und Gemüseabteilungen in den Müll - rund 2.500 Tonnen Kunststoffabfall, der nicht wiederverwendet werden kann.

Einschränkungen und Kritik

Aber, die Sache ist mit Einschränkungen verbunden, wie der flämische Einzelhandelsverband anmerkt: Das alles gilt nur für eigene regionale Marken und für den flämischen Markt. Für Lebensmittelprodukte von ausländischen Herstellern gilt dies nicht, denn hier liegt die Verantwortung bei den jeweiligen Herstellern.

Ob und in welcher Form sich internationale Lebensmittelkonzerne oder multinational aktive Fast-Food-Ketten daran halten werden oder müssen, steht auf einem anderen Papier geschrieben. Und, lediglich Mitglieder von Comeos sind daran gebunden. Das bedeutet also, dass der Lebensmittelladen um die Ecke oder die nächste Snackbar nicht unbedingt daran gebunden ist. Hier will der übergeordnete Verband Unizo mit Nachdruck dran arbeiten.

Comeos will zudem verhindern, dass sich diese Art des Vorgehens nicht als wettbewerbsnachteilig für den Handel entwickelt. Der Umweltschutzverband Greenpeace hält das entsprechende Szenario von Comeos für eher wertlos, denn es stelle wenig mehr dar, als das EU-Regelwerk oder die Vorschriften der regionalen flämischen Landespolitik. Auf das eigentliche Ansinnen, nämlich die Vermeidung von Plastik im Allgemeinen, gehe diese Vorgehensweise viel zu wenig ein.