Segelschiff von mutmaßlichen Schleusern gerät in der Nordsee in Not

Am Freitagabend begleiteten die Seenotrettung und die Wasserschutzpolizei ein auf der Nordsee in Not geratenes Segelschiff in den Hafen von Ostende (Foto). An Bord des Segelschiffe entdeckte die Polizei neun albanesische Männer. Gegen zwei der Albanesen wurde jetzt Anklage wegen mutmaßlichem Menschenschmuggel erhoben.

Das Segelschiff war in Frankreich in See gestochen und fuhr mit Motorkraft wohl in Richtung Großbritannien, als der Antrieb ausfiel. Daraufhin sendete die Besatzung ein Notsignal aus.

Die ausgerückte Seenotrettung entdeckte auf dem Boot neun Albaner und schöpfte Verdacht. Die Wasserschutzpolizei geht davon aus, dass sieben der neu albanischen Männer illegal nach Großbritannien gebracht werden sollten.

Am Montag wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft gegen zwei der Albaner von dem Segelschiff Ermittlungen aufgenommen hat und Anklage erhebt. Vermutlich gehören die beiden Angeklagten zu einer größeren Schleuserorganisation.

Die sieben weiteren Personen, die auf dem Segelboot entdeckt wurden, hat die Staatsanwaltschaft den belgischen Einwanderungsbehörden überstellt.

Die Staatsanwaltschaft von Brügge sagte dazu, dass man relativ selten Menschenschmuggel per Boot oder Segelschiff in Richtung britische Inseln feststellt. Bisher habe man vor der belgischen Küste lediglich zweimal kleine Boote entdeckt, auf denen Menschen waren, die dorthin geschleust werden sollten.

Im vorliegenden Fall sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, habe Lebensgefahr bestanden. An Bord waren weder Schwimmwesten, noch ein Radar oder ein vernünftiges Funkgerät. Nur etwas Treibstoff für den ausgefallenen Schiffsmotor und abgelaufene Leuchtraketen seien vorhanden gewesen. 

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