Die Google-Homepage zeigt ein Bild der belgischen Barockmalerin Michaelina Wautier

Die Homepage der Online-Suchmaschine Google wartet in diesen Tagen mit einem Bildausschnitt aus einem Werk der belgischen Barockmalerin Michaelina Wautier (1604-1689) auf. Diese Illustration taucht bei Google an diesem Dienstag für 24 Stunden nicht nur in Belgien auf, sondern auch in anderen Ländern, wie dazu mitgeteilt wurde und zwar auch in Luxemburg, in Island und in Kroatien. Doch wer war Michaelina Wautier? Jahrhunderte lang war sie ein von der Kunstgeschichte eher vergessener Geheimtipp und erst im vergangenen Jahr widmete das MAS in Antwerpen ihr eine Werkschau im Rahmen des Barockjahres 2018.

Vor etwa 30 Jahren entdeckte die Kunsthistorikerin und Kuratorin der MAS-Ausstellung Katlijne Van der Stighelen ein ihr unbekanntes ein Gemälde mit dem Titel „Triumphzug des Bacchus“ in Wien. Als Van der Stighelen erfuhr, dass dieses Werk von einer Frau geschaffen wurde, wollte sie mehr wissen und begab sich auf die wissenschaftliche und kunsthistorische Suche. Diese Forschungsarbeit führte zu dem Buch: „Michelina, die leading Lady des Barock“.

Die Ausstellung im MAS zeigte letztes Jahr etwa 40 Werke, und bot eine schöne Übersicht über das Schaffen von Michaelina Wautier. Die Künstlerin, die 1604 in Mons in der heutigen Provinz Hennegau zur Welt kam und 1689 in Brüssel verstarb, passte in ihrer Zeit in keine damals gültige künstlerische Schublade. In der Periode des Barock waren nur wenige Frauen in der Malerei aktiv und die meisten malten eher Stillleben oder Blumen. Michaelina Wautier aber bevorzugte große Bilder mit vielen Protagonisten oder starke Porträts.

Vielleicht war die in der Männerwelt des Barock um Rubens, Van Dyck oder Jordaens zu gut, um wirklich Erfolg zu haben, wie die Kuratorin Katlijne Van der Stighelen seiner Zeit bemerkte: „Michaelina war zu gut, um von der Kunstgeschichte bemerkt zu werden. Sie spielte mit Licht wie Caravaggio und malte wie der damals schon beliebte Vermeer. Sie war nah an den Menschen, sie berührte, sie überstieg den Barock“. 

Selbstportät von Michaelina Wautier

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