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Sorgt die Gewinnwarnung bei Lufthansa für einen Sparkurs bei Brussels Airlines?

Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa, zu deren Gruppe auch Brussels Airlines gehört, hat seine Erwartungen für das laufende Jahr zurückgeschraubt und gibt eine Gewinnwarnung aus. Einer der Gründe für diesen Schritt ist wohl die Tatsache, dass die Lowcost-Tochter Eurowings, in die Brussels Airlines integriert wird, weiterhin keine schwarzen Zahlen schreibt. Offenbar kann sich Eurowings am europäischen Billigflugmarkt gegen die Tiefstpreise der Konkurrenz nicht behaupten. Kann dies Folgen für Brussels Airlines haben?

Die Lufthansa geht für dieses Jahr von einem Gewinn von 2 bis 2,4 Mia. € aus. Anvisiert war allerdings ein Gewinn von 2,4 bis 3 Mia. €. Den Hauptanteil der Gewinne generiert die Lufthansa aus dem Fernflugbereich, doch auf Ebene der europäischen Kurzstrecken, wo Eurowings aktiv ist, ist der Markt hart umkämpft und die Lufthansa-Tochter hat es hier schwer, sich zu behaupten.

Was das für die belgische Lufthansa-Tochter Brussels Airlines bedeutet, ist unklar. Die BA wird in Eurowings integriert. Bei Eurowings kündigte das Management als Folge der Lufthansa-Gewinnwarnung „neue Maßnahmen“ an, um die Kosten weiter nach unten zu bringen, da die Lowcost-Gesellschaft nicht aus den roten Zahlen herauskommt.

Bei Brussels Airlines hält man sich mit einer Stellungnahme dazu vornehm zurück, doch bei den Gewerkschaften macht sich Unruhe breit. Wie es um die Beschäftigungsgarantie bei ihrer Gesellschaft steht, ist eine der großen Fragen in diesen Tagen. „Es gibt Gerüchte, dass es Einsparungen geben soll, aber offiziell wurde noch nichts mitgeteilt“, war aus Gewerkschaftskreisen zu hören, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga meldet. 

Das Management von Eurowings hat weitere Turnaroud-Maßnahmen getroffen, die es in kürze vorstellen wird.“

Pressemitteilung von Eurowings

Die Aussage in einer Pressemitteilung, nach der „das Management weitere Turnaroud-Maßnahmen getroffen hat“, die bald kommuniziert werden sollen, beunruhigen die Arbeitnehmervertreter bei Brussels Airlines zutiefst. Man beobachte dies mit Argusaugen, hieß es dazu.

Bei den Gewerkschaften ist man nicht grundsätzlich gegen Sparmaßnahmen, solange diese keine Arbeitsplätze betreffen, sagte ein Gewerkschaftssprecher in Brüssel. Dabei berief er sich auf eine Beschäftigungsgarantie, die bis 2021 gilt und die im Tarifabkommen zwischen Lufthansa/Brussels Airlines und den Gewerkschaften verankert sei.

Für den kommenden Montag ist bei Lufthansa in Frankfurt ein "capital markets day" geplant, bei dem es um Finanzen, Strategien und um die Aktivitäten bei der Luftfahrtgruppe gehen soll. Möglicherweise gibt es im Zuge dessen mehr Klarheit für die belgische Lufthansa-Tochter und deren Beschäftigten.