Belgiens Planbüro geht von historisch tiefen Arbeitslosenzahlen aus

Der Arbeitslosengrad in Belgien wird nach Prognosen des Planbüros bis 2024 auf ein Niveau sinken, dass eigentlich seit der zweiten Hälfte der 1970er Jahre nicht mehr erreicht worden ist. Das Planbüro erwartet dies in der Wirtschaftsprognose für den Zeitraum 2019-2024. Die Parameter für diese Prognose entsprechen einem seit einiger Zeit laufenden Trend. In Sachen Haushaltspolitik und Wirtschaftswachstum bleibt das Planbüro allerdings eher zurückhaltend.

Das belgische Planbüro geht in seinen Berechnungen vom sogenannten administrativen Arbeitslosigkeitsgrad aus, der bis Ende 2024 bei 7,4 % der arbeitsfähigen Bevölkerung liegen wird. Das ist ein Wert, den Belgien seit Mitte bis Ende der 1970er Jahre nicht mehr erreicht hat. Noch im vergangenen Jahr lag dieser Wert bei 9,5 %.

Aus der aktuellen Wirtschaftsprognose des Planbüros geht allerdings auch hervor, dass sich das belgische Haushaltsdefizit bis 2021 auf 2,3 % des Brutto-Inlandsprodukts (BIP) belaufen wird, wenn nicht bald gegengesteuert wird. Dieses Haushaltsloch entspricht dann einer Summe von 11 Mia. €, so das Planbüro.

Problem dabei ist auch, dass das indikative Stabilitätsprogramm, dass Belgien der EU-Kommission vorgelegt hat, von einem ausgeglichenen Haushalt ausgeht. Bis 2024 wird sich dieses Defizit laut Prognose sogar auf bis zu 2,7 % des BIP erhöhen wird.

Haushaltspolitik

Der Kritik der EU an der belgischen Haushaltspolitik entsprechend geht auch das Planbüro davon aus, dass unser Land den Regeln zum Schuldenabbau nicht entspricht. Bis 2022, so die Prognose, bleibt das hiesige Wirtschaftswachstum in etwa stabil, um danach auf 1,2 % zu sinken.

Das reale Einkommen der Privathaushalte und der Familien steigt bis 2024 bzw. bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode ohne weitere Maßnahmen nur träge um höchstens 1,0 %, so das Planbüro. Hingegen bleibt die Arbeitsplatzbeschaffung weiter einem steigenden Trend treu und bis zum Jahr 2024 kommen rund 206.000 neue Arbeitsplätze hinzu, so die Voraussicht des Planbüros.

Nicht zuletzt gehen die Berechnungen auch von einem Anstieg des Investitionsvolumens für unser Land aus, dass noch im laufenden Jahr um 3,1 % steigen wird, um sich danach bei rund 1,8 % pro Jahre einzupendeln.