foto Peter Hilz (C)

Belgischer Unternehmerverband: "Milliardeninvestitionen nötig, um Klimaziele zu erreichen"

Laut einer Studie, die im Auftrag des belgischen Unternehmerverbandes VBO erstellt wurde, ist ersichtlich, dass es zu zusätzlichen Investitionen zwischen 18 und 26 Mia. € kommen muss, um die bis 2030 zu erzielenden Klimaziele in unserem Land zu erreichen. Das Forschungsbüro Boston Consulting Group (BCG) geht davon aus, dass es schwierig wird, die gesetzten Ziele tatsächlich erreichen zu können. So oder so müsse allerdings in den Abbau des Treibhausgas-Ausstoßes investiert werden, so VBO und BCG.

Die Boston Consulting Group stellt fest, dass Belgien in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten tatsächlich daran gearbeitet hat, den allgemeinen Schadstoffausstoß zu senken, doch sei dieser Prozess viel zu langsam verlaufen. In diesem Tempo, so die BCG seien die bis 2030 gesetzten Klimaziele nicht zu erreichen.

Die laufenden Anstrengungen, die bisher dahingehend in Angriff genommen wurden, müssten dringend beschleunigt werden. Die am meisten betroffenen Sektoren und Bereiche sind dabei Transport, Gebäude und Bauwirtschaft, Landwirtschaft und das Thema Abfall.

Um die Ziele aus dem Pariser Klimaabkommen bis 2030 aus Sicht Belgiens erreichen zu können, seien zusätzliche Investitionen in Höhe von 18 bis 26 Mia. € vonnöten, so BCG und zwar zusätzlich zu den entsprechenden Investitionen, die schon jetzt geplant und in den Haushalten vorgesehen seien. Den höchsten Kostenanteil daran haben die Renovierung und die Isolierung von Gebäuden sowie die Elektrifizierung von Transport und Verkehrswesen (Stichwort Elektromobilität). 

Was kann die Industrie tun?

Gefragt ist aber auch die hiesige Industrie. Hier wurde bereits eine große Anstrengung unternommen, denn innerhalb von 10 Jahren wurde der Ausstoß von CO² und anderen Treibhausgasen laut VBO und BCG um 23 Mio. Tonnen reduziert und bis 2030 kommen nach jetzigen Stand der Dinge noch weitere Reduzierungen in Höhe von rund 14 Mio. Tonnen hinzu. Interessant dabei ist, dass von Seiten von Politik und Behörden die Industrie eine Aktivität ist, für die es keine gesonderten (Klima)Ziele in Belgien gibt.

Die Industrie setzt z.B. auf Energiegewinnung aus Biomasse (was andernorts wiederum sehr umstritten ist) und auf die Wiederverwertung bzw. auf das Speichern von CO². Die Industrie auch in Belgien arbeitet daran, CO² zumindest zeitweise in leeren Gasfeldern zu speichern oder in Ethanol umzusetzen, was wiederum in bestimmten Produktionsbereichen als Rohstoff genutzt werden kann.

Ob die dazu notwendigen Technologien allerdings dazu reichen, bis 2030 weiter signifikant den Ausstoß von Treibhausgasen weiter zu senken, ist nach dem aktuellen (auch technischen) Stand der Dinge noch fraglich.

Wake up call

Die BCG-Studie macht deutlich, dass Belgien derzeit dazu fähig ist, bis 2030 den CO²-Ausstoß um 36 Mio. Tonnen reduzieren kann. Ein Drittel dieser Menge kann durch die bisher getroffenen Maßnahmen quasi „automatisch“ abgebaut werden, doch für den Rest muss es zu zusätzlichen Schritten kommen.

Summa summarum müssten bis 2030 jährlich mindestens 3 Mia. € in den Klimaschutz, bzw. in die Reduzierung des Schadstoffausstoßes investiert werden. Das entspricht einer Summe, die laut Unternehmerverband und Forschungsbüro jährlich gerade einmal 1 % des Brutto-Inlandsprodukts entspreche.

Beide Akteure wollen Politik und Gesellschaft mit ihren Weckruf daran erinnern, dass die Klimaziele erreicht werden können (und sollen), doch es müssen Entscheidungen getroffen werden. Weitermachen, so wie bisher, reicht nicht. Es sei an der Zeit, eine entsprechende Politik umzusetzen, so der VBO, der wichtigste Wirtschaftsverband in Belgien.

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