Marnik Aerts

Schwere Unwetterschäden in der Provinz Antwerpen

Die Ortschaften Kalmthout und Kapellen sind am Mittwoch quasi den ganzen Tag lang Opfer von schweren Unwettern geworden. Die beiden Gemeinden im Norden der Provinz Antwerpen mussten den Notstand ausrufen und erließen kommunalen Katastrophenalarm. Ganze Ortsteile wurden überschwemmt, weil die Kanalisation die Regenmassen nicht aufnehmen konnte. Die Aufräumarbeiten werden wohl noch Tage dauern.

Auch am Donnerstagmorgen galt in Kalmthout noch Katastrophenalarm. Doch die Straßen, darunter wichtige Haupt- und Landstraßen, konnten rasch geräumt werden. Die Feuerwehren erhielten rund 250 Notrufe von Bewohnern und Unternehmen, bei denen Wohnungen, Keller oder Gebäude vollgelaufen waren. Innerhalb von nur zwei Stunden gab es bei einem Unwetter eine lokale Niederschlagsmenge von 70 bis 100 Litern Regenwasser.

Kalmthouts Bürgermeister Lukas Jacobs (CD&V) sagte dazu: „So etwas haben wir hier noch nie erlebt. Ich bin nun schon 20 Jahre lang hier Bürgermeister. Solche Wassermengen haben wir hier noch nie gesehen.“ Er will jetzt bei den flämischen Landesbehörden einen Antrag darauf stellen, dass diese Unwetter als Katastrophe anerkannt werden, damit Schadensersatz aus dem entsprechenden Fonds genutzt werden können.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Die Gemeinde Kalmthout arbeitet bereits seit Jahren daran, die Situation bei Hochwassergefahr in den Griff zu bekommen, was bisher auch gelingt. Doch solche Regenmassen, wie bei den Unwettern von Mittwoch können die Systeme nicht verarbeiten, so Jacobs am Donnerstagmorgen gegenüber VRT NWS. Er will jetzt bei den flämischen Landesbehörden einen Antrag darauf stellen, dass diese Unwetter als Katastrophe anerkannt werden, damit Schadensersatz aus dem entsprechenden Fonds genutzt werden können.

Auch andere Gemeinden betroffen

In Kapellen an der niederländischen Grenze war in erster Linie der Weiler Putte betroffen. Kurz nach den Unwettern schloss die belgische Bundespolizei aufgrund des Hochwasseralarms in Kapellen/Putte zeitweise sogar den Grenzübergang, um unnötigen Verkehr zu vermeiden. Auch hier gab es dutzende Notrufe bei der Feuerwehr und auch hier wurde zeitweise Katastrophenalarm erlassen.

In einigen anderen betroffenen Ortschaften im nördlichen Teil der Provinz Antwerpen kamen die Bewohner zumeist glimpflich davon ab, auch wenn dort Wohnungen und Keller sowie ganze Straßenzüge überschwemmt wurden. Das war der Fall z.B. in Wuustwezel - wo sechs Wohnungen eines Seniorenheims voll Wasser liefen, in Stabroek, in Ekeren, in Dessel und Mol der Fall. In Dessel fing der Dachstuhl eines Wohnhauses nach einem Blitzeinschlag Feuer und brannte aus. 

Laden Video-Player ...

Weitere Nachrichten