Symbolische Aktion gegen Raser im Brüsseler Stadtteil Schaarbeek

Am Donnerstagmorgen zum Schulanfang haben rund 50 Personen, darunter auch viele Kinder, eine symbolische Aktion auf einer Hauptverkehrsachse im Brüsseler Stadtteil Schaarbeek für mehr Sicherheit im Verkehr und gegen Raser durchgeführt. Sie legten sich einfach auf jene Kreuzung, auf der vor genau einer Woche ein 14 Jahre altes Mädchen von einem Raser angefahren wurde und starb. Der Autofahrer beging dazu noch Fahrerflucht.

Das „Bürgerkollektiv 1030/0“ hat nach wiederholten Unfällen mit Verkehrstoten im Stadtgebiet von Schaarbeek einmal mehr eine Aktion für mehr Verkehrssicherheit durchgeführt. Mit einer Blockade einer unfallträchtigen Kreuzung am Donnerstagmorgen zum Schulanfang stellte die Bürgerinitiative die Frage in den Raum, ob man nicht mal langsam den Mut haben sollte, die gesamte Mobilitätspolitik in Frage zu stellen.

Pieter Fannes vom „Bürgerkollektiv 1030/0“ sagte dazu anschließend gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass diese symbolische Aktion zeigen soll, dass die Leute hier die Nase voll von Rasern im Stadtgebiet haben: „Das nimmt die Menschen hier mit. Das spürt man auf der Straße und auch in den sozialen Medien.“

Das „Bürgerkollektiv 1030/0“ wurde vor knapp anderthalb Jahren gegründet, als die Journalistin und Zeichnerin der flämischen Tageszeitung De Standaard, Stephanie Verbraekel, in Schaarbeek überfahren wurde und starb. Auch damals flüchtete der Autofahrer nach dem Unfall unerkannt. Einiges wurde bereits erreicht - auch und gerade durch Gespräche mit dem Stadtrat von Schaarbeek.

Warum ist die Verkehrssicherheit in den Niederlanden und in Skandinavien eine Priorität, während sie hier immer zuletzt kommt?“

Pieter Fannes vom „Bürgerkollektiv 1030/0“

So gilt in ganz Schaarbeek heute Tempo 30 und die Zahl der Kontrollen durch die Polizei in Sachen Verkehr wurden verdoppelt. Doch in der Frage, wo und wann zusätzliche Radwege, Fahrbahnverengungen oder andere Maßnahmen in der Straßeninfrastruktur umgesetzt werden, hakt es von Seiten der Kommunalpolitik.

Das „Bürgerkollektiv 1030/0“ fordert zudem, dass Raser viel strenger bestraft werden müssen: „Die können ganze Viertel mit ihrer Raserei terrorisieren.“. Man habe inzwischen auch Gespräche mit Politikern verschiedener Parteien auf Ebene der Region Brüssel-Hauptstadt geführt, so Pieter Fannes. Schaarbeek ist eine der 19 Brüsseler Gemeinden in dieser Region. 

Weitere Nachrichten