Trockenheit: Flanderns Unternehmen auf Wasserknappheit nicht vorbereitet

Aus einer Umfrage des Unternehmerverbandes Voka ist ersichtlich, dass bei vielen Firmen in Flandern, die auf Wasser angewiesen sind, eine gewisse Unruhe herrscht. Ein Großteil dieser Unternehmen befürchtet Produktionsausfälle, wenn ein weiterer trockener Sommer für Wasserknappheit sorgt. Die meisten dieser Unternehmen verfügen nicht über eigene Reserven.

Die Voka-Umfrage bei 268 wasserintensiven Unternehmen im belgischen Bundesland Flandern ergab, dass sich rund 70 % dieser Firmen Unruhe darüber breitmacht, dass ein weiterer trockener Sommer zu Wasserknappheit führen kann. Die angesprochenen Unternehmen nutzen Wasser z.B. als Rohstoff, für Kühlungen oder zum Reinigen von Produktionslinien.

Diese Unternehmen geben an, auf eine Wasserknappheit durch einen weiteren trockenen und heißen Sommer nicht ausreichend vorbereitet zu sein. Nur etwa jedes 10. betroffene flämische Unternehmen gab an, einen Notplan zu haben, falls die Behörden ihren Abschaltplan einsetzen müssen.

Die Flämische Umweltgesellschaft (VMM) beginnt in Kürze mit Gesprächen mit den verschiedensten Wirtschaftssektoren und den Gemeinden, um einen Notplan, bzw. einen lokalen oder regionalen Abschaltplan bei akuter Wasserknappheit zu entwickeln. Doch diese Gespräche kommen wohl sehr spät und die betroffenen Unternehmen können sich kaum präventiv auf ein solches Szenario vorbereiten.

Produktionsstopps sind für niemanden eine Option

Für nicht wenige dieser Unternehmen ist ein Produktionsstopp schlicht und einfach keine Option, sagte eine Mitarbeiterin von Voka, die sich mit Umweltfragen beschäftigt. Die VMM bemüht sich unterdessen, Prioritäten zu setzen. Dabei lautet die Frage, wer bei akuter Wasserknappheit bevorzugt werden soll: Unternehmen? Landwirtschaft? Die Privathaushalte?

Der Unternehmerverband Voka befürchtet, hier den Kürzeren zu ziehen und warnt, dass bis zu 22 % der Arbeitsplätze in Flandern von wasserintensiven Unternehmen abhängen. Im provisorischen Abschaltplan der flämischen Landesbehörden würden die(se) Unternehmen schlecht wegkommen, heißt es dazu bei Voka.

Wasserknappheit ist ein regional unterschiedliches Phänomen, so alle Beteiligten. Und viele Unternehmen versuchen seit der Jahrtausendwende intensiv Wasser zu sparen. Nicht zuletzt speist die flämische Wassergesellschaft Aquafin jährlich bis zu 1 Milliarde Liter geklärtes Abwasser in die Systeme ein. Doch das große Manko in Flandern scheint die Tatsache zu sein, dass das alles kaum koordiniert verläuft und dass zwischen den betroffenen Bereichen und Sektoren kaum bis gar nicht kommuniziert und informiert wird. 

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