Seys Jan et al. (2019) Hoe is de Noordzee eraan toe. VLIZ-Rapportage 2014-2018.

Amateurwissenschaftler stellen selbst fest, dass sich die Nordsee erwärmt

Dass sich die Nordsee im Zuge des allgemeinen Klimawandels erwärmt ist eigentlich kein Geheimnis, denn Wissenschaftler reden schon länger darüber und sie können dies auch belegen. Doch das Flämische Institut für die See (VLIZ) ließ jetzt einige flämische Bürger im Rahmen des Projekts SeaWatch-B selbst erfahren, woran man die Erwärmung der Nordsee feststellen kann. 

Das VLIZ-Projekt SeaWatch-B läuft seit 2014 und bietet jährlich einer Gruppe von rund 20 Ehrenamtlichen eine Art Ausbildung, bei der vermittelt wird, wie sich die Nordsee und ihre maritime Flora und Fauna entwickeln. Dabei bilden die Erkenntnisse aus vergangenen Beobachtungsjahren jeweils die Basis für ein neues Jahr.

Fakt ist, dass sich die Nordsee vor unserer Haustür in den vergangenen 50 Jahren um 1,7°C erwärmt hat. Damit erwärmt sich die Nordsee zweimal schneller, als der Durchschnitt der anderen Meere und Ozeane weltweit. Dies, so das Flämische Institut für die See, zeigt sich bei einer ganzen Reihe von Veränderungen in der Lebensmittelkette.

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Garnelen, die am Stand an der belgischen Nordsee gefangen wurden Seys Jan et al. (2019) Hoe is de Noordzee eraan toe. VLIZ-Rapportage 2014-2018.

Auffallend dabei ist, wie es im Zuge dessen einer unserer belgischen Delikatessen ergeht, der Garnele, speziell der sogenannten „Grauen Garnele“. Deren Bestände gingen von 190 Exemplare pro m² in den Jahren 1996-1997 auf 36 Exemplare zwischen 2014 und 2018 zurück. Garnelen und Krevetten bevorzugen eher kaltes Meereswasser. Im Gegenzug wuchs die Population der kleinen giftigen Petermännchen vor der belgischen Nordseeküste in Strandnähe um ein Siebenfaches in den letzten 20 Jahren. Petermännchen suchen gerne wärmere Gewässer auf.

Allgemein betrachtet zeigt dies auch den Wissenschafts-Amateuren von SeaWatch-B, dass unsere heimischen Meerestiere, die kälteres Gewässer bevorzugen, in Richtung nördliche Gefilde abwandern, während maritime Fauna aus südlicheren Gewässern hier immer häufiger ideale Lebensbedingungen vorfinden. 

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