Europäische Kommission verbietet Chlorpropham

Im Laufe des nächsten Jahres dürfen Kartoffelproduzenten den Keimhemmer Chlorpropham nicht mehr zur besseren Lagerung von Kartoffeln verwenden. Die Europäische Kommission hat die Zulassung des Keimhemmers nicht verlängert. "Eine große Herausforderung für die Branche", sagt Romain Cools vom Branchenverband Belgapom.

Die Nichtverlängerung wurde diese Woche veröffentlicht. Die Mitgliedstaaten müssen die Zulassung für Pflanzenschutzmittel, die den Stoff enthalten, bis zum 8. Januar 2020 widerrufen. Eine Übergangsfrist ist möglich, die bis maximal 8. Oktober 2020 läuft.

Romain Cools von Belgapom bestätigt die "unwiderrufliche" Entscheidung, über die das flämische Informationszentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (Vilt) am Freitag schrieb. Ihm zufolge sei es zu dieser Entscheidung nach einer Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gekommen. Die stellte fest, dass der Stoff toxischer ist als bisher angenommen. "Chlorpropham und sein Hauptmetabolit 3-Chloranilin stellen ein akutes und chronisches Lebensmittelrisiko für den Verbraucher dar", heißt es beispielsweise in der Durchführungsverordnung der Europäischen Kommission.

Laut Cools hat sich Chlorpropham, kurz CIPC, seit Generationen etabliert. Es sei selbst im Supermarkt erhältlich. Wenn Sie es auf Kartoffeln streuen, bekommen sie keine Triebe und die Kartoffeln können monatelang gelagert werden.

Schon seit Jahren sucht die Branche nach Alternativen mit natürlichen Inhaltsstoffen wie Minzöl. "Es gibt Alternativen, die funktionieren könnten, aber wir werden noch Jahre nach den idealen Produkten und dem zu verwendenden Verhältnis suchen müssen", so Cools. Außerdem sind diese Alternativen teurer.

Ein weiteres Problem ist, dass Chlorpropham auch nach einer gründlichen Reinigung über Jahre hinweg in den Lagerhallen vorhanden sein könnte. Diese Rückstände könnten Produkte "verunreinigen", die danach in den Hallen gelagert werden (Kartoffeln, Getreide usw.). Der Sektor konsultiert die Europäische Kommission zu einer vorübergehenden Norm, damit derartige Kontaminationen toleriert werden.

"Der Sektor wird mit großen Investitionen in die Kartoffellagerung konfrontiert sein", so Cools abschließend. Belgapom fordert die flämischen und wallonischen Behörden auf, die Landwirte in dieser Hinsicht zu begleiten und zu unterstützen.

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