Unverständnis bei Polizei über Freilassung des Mörders von Kitty Van Nieuwenhuysen

Mit Unverständnis reagierten Polizisten auf die vollständige Freilassung von einem der Mörder der Beamtin Kitty Van Nieuwenhuysen. Das sagt Carlo Medo, Präsident der Polizeigewerkschaft NSPV. Ob es Protestaktionen geben wird oder nicht, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Am gestrigen Freitag entschied das Strafgericht Lüttich, dass Nourredine Cheikhni (41), einer der Mörder der Polizistin Kitty Van Nieuwenhuysen, von seiner Fußfessel befreit wird. Cheikhni wurde wegen des Mordes an der Polizistin Ende 2007 zu dreißig Jahren Gefängnis verurteilt. Er war 10 Jahre im Gefängnis, ist aber jetzt der erste der drei verurteilten Verbrecher, der völlig frei ist.

Laut Medo löse die Freilassung bei den Polizisten große Emotionen aus. "Kitty ist ein Symbol für jeden Polizisten, der auf der Straße ist, um der Gesellschaft zu dienen. Die Polizisten sind davon sehr stark berührt".

Die Polizeigewerkschaft fordert seit Jahren, dass Gewalt gegen Polizisten härter bestraft wird. "Die Regeln dafür gibt es, aber die Rechtsprechung folgt ihnen nicht ausreichend", so der Gewerkschafter.

Die Gesellschaft muss Gewalt gegen Menschen mit gesellschaftlicher Funktion verurteilen, so Medo. "Und das gilt nicht nur für Polizisten, sondern auch für Gewalt gegen z.B. Busfahrer oder Lehrer."

Die Ankündigung des letzten Jahres, dass Cheikhni die Zelle verlassen und unter elektronische Überwachung gestellt werden dürfe, führte zu Polizeiprotesten in Gerichtsgebäuden. Ob es jetzt auch wieder zu Protesten kommen wird oder nicht, wird sich nach Angaben der Polizeigewerkschaft in den nächsten Tagen zeigen.

BELGA/VERGULT